Biomarker für die Vorhersage von Totgeburten8. August 2018 Foto: © ghazii/Fotolia Neue Biomarker im Blut von Schwangeren können es laut einer neuen Studie der University of Alberta Ärzten ermöglichen, Totgeburten zu verhindern. “Als wir anfingen, das Blut von Frauen, die eine Totgeburt erlitten, zu analysieren und es mit dem gesunder Frauen zu vergleichen, stellten wir fest, dass es einen chemischen Unterschied gibt”, sagt David Wishart, Hauptautor und Professor am Department of Biological Sciences. “Dies deutet darauf hin, dass wir Totgeburten vorhersagen und möglicherweise verhindern können.” Unter Verwendung eines Massenspektrometers untersuchten Wishart und seine Kollegen das Blut von Schwangeren und identifizierten vier Chemikalien, die bei Müttern mit Totgeburten übereinstimmend auftraten. In Kombination mit demografischen Informationen über die Mütter entdeckten die Forscher Biomarker, anhand derer sich Anzeichen für eine Totgeburt im ersten Trimenon vorhersagen ließen. Die Wissenschaftler entdeckten außerdem einen fünften Stoff im Blut, der bisher unbekannt war: Verruculotoxin. “Verrucotoxin wird wahrscheinlich von Mikroben und Pilzen produziert”, erklärt Wishart, Leiter des Metabolomics Innovation Center. “Das ist spannend, denn anekdotisch würde über Personen aus Gegenden mit vielen Schimmelpilzfällen berichtet, in denen auch viele Totgeburten auftreten. Mit diesem Ansatz könnten Wissenschaftler Werkzeuge und Technologien entwickeln, um nach vielen anderen vermeidbaren Krankheiten zu suchen, die sowohl Frauen als auch Kinder betreffen, erklärte Wishart. “Diese Forschung ist die Spitze eines größeren Eisbergs. Indem wir uns die chemischen Stoffe im Blut der Mutter ansehen, können wir das Risiko nicht nur für Totgeburten, sondern eine ganze Reihe anderer Erkrankungen identifizieren, die sowohl Mutter als auch Fetus betreffen.” Da über Verruculotoxin noch so wenig bekannt ist, sind weitere Untersuchungen und Tests erforderlich, bevor ein eindeutiger Zusammenhang mit Totgeburten bestätigt werden kann. Bisher stand bei Forschungen zur Vorhersage von Totgeburten die Genetik im Vordergrund. Die Konzentration auf chemische Substanzen im Körper gibt Wissenschaftlern einen besseren Überblick über die möglichen Ursachen und Gründe.
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