Schwangerschaft nach CAR-T-Zelltherapie7. August 2026 Symbolbild © InfiniteFlow/stock.adobe.com Eine internationale Studie unter deutscher Leitung zeigt erstmalig, dass Frauen mit Autoimmunerkrankungen nach einer erfolgreichen CAR-T-Zelltherapie eine normale und unproblematische Schwangerschaft erleben und gesunde Kinder zur Welt bringen können. Die Ergebnisse wurden im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Autoimmunerkrankungen greifen in erster Linie junge Frauen an und durchkreuzen dabei die Familienplanung. Schwangerschaften sind bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen aus verschiedenen Gründen risikoreicher: Zum einen kann die Krankheitsaktivität das Wohlbefinden und die Organfunktionen in Nieren, Herz und Lungen beeinträchtigen und sowohl die Mutter als auch das Kind gefährden. Zum anderen sind viele der immunsuppressiven Medikamente während der Schwangerschaft nicht sicher und müssten daher abgesetzt werden. Zusätzlich verschlechtern sich häufig Autoimmunerkrankungen, wie Lupus, in der Schwangerschaft und stellen damit ein hohes Risiko für das Leben von Mutter und Kind dar. Was ist über Schwangerschaften und CAR-T-Zelltherapien bekannt? Durch die CD19-CAR-T-Zelltherapie werden gezielt die krankheitsverursachenden B-Zellen eliminiert, so dass bei vielen Patientinnen und Patienten eine langanhaltende krankheitsfreie Remission erreicht werden kann. Nach der Behandlung benötigen die Betroffenen keine immunsuppressiven Medikamente mehr und gewinnen ihre Lebensqualität zurück. In der aktuellen Arbeit konnte gezeigt werden, dass eine CAR-T-Zelltherapie Frauen mit Autoimmunerkrankungen eine normale Schwangerschaft und die Geburt eines gesunden Kindes ermöglichen kann. Die Forschenden analysierten erstmals systematisch Schwangerschaften nach einer CAR-T-Zelltherapie bei Patientinnen mit schweren Autoimmunerkrankungen. Insgesamt wurden 14 Schwangerschaften und 8 Geburten bei jungen Frauen mit Autoimmunerkrankungen dokumentiert. Alle Schwangerschaften verliefen komplikationslos, alle Säuglinge kamen gesund zur Welt und entwickelten ein altersentsprechendes Immunsystem. Erkrankung tritt nicht wieder auf, Medikamente sind nicht mehr nötig Eine spannende Erkenntnis dieser Studie ist auch, dass es bei den Schwangerschaften zu keinem Wiederauftreten der Autoimmunerkrankung kam, obwohl keinerlei immunsuppressive Medikamente mehr eingenommen wurden. Dieser große Freiheitsgrad, der durch die Heilung und zumindest das Ruhen der chronischen Erkrankung einerseits sowie den vollständigen Wegfall der Therapie anderseits entsteht, unterstützt junge Frauen in ihrer Entscheidung für Kinderwunsch und Familiengründung. Durch eine erfolgreiche CAR-T-Zelltherapie rückt damit nachhaltige Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben für Frauen mit Autoimmmunerkrankungen in den Vordergrund.
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