Biopsie-freier Ansatz zur Diagnose von Zöliakie30. Juli 2021 © bubutu – stock.adobe.com (Symbolbild) Ein Team von Wissenschaftlern setzte sich zum Ziel, die prädiktive Kapazität und die diagnostische Bedeutung eines 10-fachen Anstiegs der Antikörperspiegel der Serum-IgA-Anti-Tissue-Transglutaminase (IgA-tTG-Titer) zu bestimmen. Dabei bestand das klinische Ziel darin, Dünndarmverletzungen nachzuweisen, um bei erwachsenen Patienten eine Zöliakie (CD) verlässlich zu diagnostizieren. Die Studie umfasste 3 Erwachsenenkohorten. In Kohorte 1 waren 740 Patienten, die in einer auf Zöliakie spezialisierten Klinik untersucht wurden. Kohorte 2 umfasste 532 Patienten mit geringem Verdacht auf Zöliakie, die zur Endoskopie des oberen Gastrointestinaltraktes an ein Zentrum überwiesen wurden. In Kohorte 3 befanden sich schließlich 145 Patienten mit erhöhten IgA-tTG-Titern aus verschiedenen Zentren. Histologische Ergebnisse basierend auf der Marsh-3-Klassifikation des Darmschleimhautreliefs galten als Referenzstandard für die Zöliakie-Diagnose und wurden gegen die Leistungsmerkmale eines IgA-tTG-Titers von ≥10×ULN (Upper Limits of Normal) verglichen. Für Kohorte 1 betrugen die Sensitivität, Spezifität, der positive prädiktive Wert (PPV) bzw. der negative prädiktive Wert (NPV) für einen IgA-tTG-Titer von ≥10×ULN zur Identifizierung von Personen mit Marsh-3-Läsionen 54,0%, 90,0%, 98,7% bzw. 12,5%. In Kohorte 2 lagen Sensitivität, Spezifität, PPV bzw. NPV für IgA-tTG-Werte von ≥10×ULN bei der Identifizierung betroffener Personen mit histologischen Dünndarmveränderungen nach Marsh-3-Kriterien bei 50,0%, 100,0%, 100,0% bzw. 98,3% und schließlich in Kohorte 3 bei 30,0%, 83,0%, 95,2% bzw. 9,5%. Fazit Die Forschenden schlussfolgern aus den Daten, dass IgA-tTG-Titer von ≥10×ULN einen starken prädiktiven Wert bei der Identifizierung von Erwachsenen mit intestinalen Veränderungen und einem Verdacht auf eine Zöliakie haben. Die Autoren der Studie plädieren daher für einen Strategiewechsel und die zukünftige Verwendung eines Biopsie-freien Ansatzes für die Zöliakie-Diagnose bei Erwachsenen. (je) Autoren: Penny HA et al. Korrespondenz: David S. Sanders; [email protected] Studie: Accuracy of a no-biopsy approach for the diagnosis of coeliac disease across different adult cohorts Quelle: Gut 2021;70(5):876–883. Web: https://doi.org/10.1136/gutjnl-2020-320913
Mehr erfahren zu: "Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt" Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt Wie sollen Ärzte oder Pflegekräfte reagieren, wenn Menschen in existenzieller Not sagen, dass sie sterben wollen? Eine neue Leitlinie setzt auf eingehende Beratung – mit offenem Ausgang.
Mehr erfahren zu: "BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen" BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen Aufgrund einer einzigen deutschen Studie1 werde immer wieder wird behauptet, 80 bis 90 Prozent aller akuten Behandlungsfälle ließen sich fallabschließend in der Hausarztpraxis versorgen. Eine genaue Betrachtung zeigt laut BVOU: […]
Mehr erfahren zu: "Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert" Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert Moderne CGRP-Medikamente helfen vielen Migränepatienten, aber nicht allen – und welches Mittel wirkt, lässt sich bislang nicht vorhersagen. Neue Rabattregeln könnten den nötigen Präparatewechsel nun erschweren, warnt die Fachgesellschaft DMKG. […]