Bluteosinophile bei COPD: Kein verlässlicher Prädiktor für das Ansprechen auf ICS

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Wenn man sich bei der COPD-Therapie an der Konzentration von Eosinophilen im Blut orientiert, ist zu beachten, dass diese Spiegel im Verlauf der Erkrankung signifikant variieren können und eine einzelne Messung daher möglicherweise kein verlässlicher Prädiktor für das Ansprechen auf ICS ist. So lautet das Fazit einer neuen multizentrischen Studie mit 210 Patienten, die insgesamt auf 2059 relevante Arztkontakte bzw. Untersuchungen kamen.

Alle in die Analyse eingeschlossenen Patienten litten an einer ­stabilen COPD (GOLD II–IV). Konkordanz war definiert als Bluteosino­philen-Werte, die dauerhaft unter oder über den absoluten Cut-off-Werten von 150 Zellen/μl und 300 Zellen/μl oder den prozentualen Cut-off-Werten von 2 %, 3 % und 4 % lagen.

Bei 70 % der Studienteilnehmer handelte es sich um Männer, 36 % rauchten zum Zeitpunkt der Untersuchung. Das Durchschnittsalter lag bei 67,7±9,4 Jahren. Ein ICS verwendeten zu Beginn der Studie 81 % der Patienten. Bei der Ermittlung der Bluteosinophilen-Werte über einen Zeitraum von median 7 Tagen ergab sich unabhängig von Exazerbationen oder Krankenhauseinweisungen eine Abweichung von 77 %, 60 % und 42 % bei Verwendung der Cut-off-Werte 2 %, 3 % und 4 %.

Wurden nur 2 Kontrolltermine für die Analyse verwendet, kam es zu einer Diskordanz von 34,5 %, 24 % und 17,2 %.

Die Diskordanz fiel laut den Forschern ähnlich aus, wenn absolute Eosinophilenwerte verwendet wurden. Patienten mit stabiler COPD wiesen höhere Diskordanzwerte auf als Patienten mit leichten/mode­raten Exazerbationen.

Dasselbe beobachteten die ­Wissenschaftler bei Patienten, die wegen anderer Erkrankungen in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, im Vergleich zu Patienten, die wegen schwerer COPD-Exazerbationen stationär aufgenommen wurden. Insgesamt beurteilten die Studien­autoren die Diskordanz der Bluteosinophilen-Werte als hoch, unabhängig davon, ob die Patienten zu Beginn des Studienzeitraumes ICS einnahmen oder nicht.