BMBF fördert geschlechtersensible Medizin6. November 2024 Foto: wladimir1804/stock.adobe.com Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat eine neue Förderrichtlinie veröffentlicht, um den „Gender Data Gap“ in der klinischen Forschung zu reduzieren. Förderanträge können bis zum 9. Januar 2025 eingereicht werden. Ab sofort können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Anträge für Forschungsprojekte einreichen, die zur Reduzierung des „Gender Data Gap“ in der klinischen Forschung beitragen können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat dazu eine neue Förderrichtlinie veröffentlicht. Der DLR Projektträger setzt die Förderung im Auftrag des BMBF um. Ihr Ziel ist es, die Wissensbasis für eine geschlechtersensible Medizin zu stärken. Denn obwohl die medizinische Forschung umfangreiche Erkenntnisse zur wirksamen Therapie und Versorgung vieler Erkrankungen hervorgebracht hat, fehlt bis heute noch oft gesichertes Wissen für eine geschlechtersensible Behandlung. Datenlücke schließen So haben klinische Studien bisher häufig überproportional Männer untersucht. Gründe hierfür sind meist methodischer Natur, da Aspekte wie die monatliche Variation des weiblichen Hormonzyklus, Schwangerschaften oder die Stillzeit bei einer Studie besonders beachtet werden müssen. Gleichsam wurden bislang weitere Dimensionen, wie die Geschlechtsidentität, oft nicht regelhaft berücksichtigt. Diese Datenlücke wird als „Gender Data Gap” in der klinischen Forschung bezeichnet. Für eine gezielte geschlechtersensible Diagnostik und Therapie von Erkrankungen sowie passgenaue Präventionsangebote ist es bedeutsam, diese Datenlücke zu schließen. Um der hohen gesellschaftlichen und forschungspolitischen Bedeutung des Themas Rechnung zu tragen, hat die Bundesregierung das Thema „Gender und Gender Data Gap im medizinischen Kontext“ explizit in ihrem Koalitionsvertrag aufgeführt. BMBF stärkt geschlechtersensible klinische Forschung Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat aus diesem Grund am 4.November 2024 die „Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema Reduzierung des Gender Data Gap in der klinischen Forschung“ veröffentlicht. Mit der Umsetzung des Förderprogramms ist der DLR Projektträger beauftragt, der auf langjährige Expertise in der Betreuung von Förderprogrammen zur klinischen Forschung sowie seiner Kenntnis der Forschungs- und medizinischen Versorgungslandschaft in Deutschland zurückgreifen kann. Ziel der Förderung ist es, neues Wissen zur geschlechtersensiblen Therapie von Erkrankungen zu generieren, vorhandenes Wissen systematisch zusammenzutragen, Forschende zu sensibilisieren und die dringlichsten Wissenslücken in der geschlechtersensiblen Medizin aus Sicht von Forschenden sowie Patientinnen und Patienten darzulegen. Die möglichen Förderungen im Detail Die Richtlinie besteht aus insgesamt vier Modulen: In Modul 1 können systematische Übersichtsarbeiten zu klinischen Studien gefördert werden, die vorhandene Erkenntnisse zur geschlechtersensiblen Therapie von Patientinnen und Patienten zusammenführen. Modul 2 ermöglicht die Förderung von Post-Hoc-Analysen von Daten aus klinischen Studien. Modul 3 ermöglicht es, sogenannte „priority setting partnerships“ zu bilden, in denen Forschende mit Patientinnen und Patienten, deren Vertretungen sowie anderen relevanten Interessevertretungen dringliche Forschungsfragen identifizieren und Prioritäten für die künftige Forschung setzen. Um den wissenschaftlichen Nachwuchs für geschlechtersensible klinische Forschung zu sensibilisieren, können durch Modul 4 „Summer Schools“ gefördert werden, die sich an Forschende in frühen Karrierestadien richten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben bis zum 09.01.2025 die Möglichkeit, ihre Projektideen einzureichen.
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