BMI im Kindesalter und entzündliche Darmerkrankungen beim Erwachsenen

Adipositas
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Die Autoren einer aktuellen Studie haben einen direkten Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) im Kindesalter einerseits und vor dem 30. Lebensjahr diagnostizierten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) andererseits festgestellt. Außerdem fanden sie bei der Untersuchung einer Kohorte von 316.799 Personen des Copenhagen School Health Records Registers (CSHRR) einen umgekehrten Zusammenhang zwischen dem BMI im Kindesalter und einer Colitis ulcerosa unabhängig vom Alter deren ersten Auftretens. „Unsere Ergebnisse unterstützen die bisherigen Hypothesen, dass Fettleibigkeit ein Risikofaktor für Morbus Crohn ist“, schreiben die Wissenschaftler im „American Journal of Gastroenterology“. „Sie lassen außerdem die Schlussfolgerung zu, dass Untergewicht in der Kindheit ein Risikofaktor für UC sein könnte.“

Die zunehmende CED-Inzidenz in Ländern der westlichen Welt habe zu der Hypothese geführt, dass eine mit Fettleibigkeit in Verbindung stehende Entzündung eine Rolle bei der Ätiologie der IBD spielen könnte, formuliert die Arbeitsgruppe um Erstautorin Prof. Camilla B. Jensen vom Centre for Clinical Research and Prevention am Bispebjerg and Frederiksberg Hospital in Kopenhagen. Diese Hypothese sei jedoch bislang noch nicht in Untersuchungen von Personen in einem Alter vor dem typischen Zeitpunkt des ersten Auftretens einer IBD im jungen Erwachsenenalter bestätigt worden. Die Wissenschaftler ermittelten daher, ob der BMI im Alter von 7–13 Jahren mit einer späteren IBD assoziiert war. Durch die Verknüpfung des CSHRR mit dem nationalen dänischen Patientenregister konnten die Wissenschaftler Fälle von M. Crohn und C. ulcerosa identifizieren, die während des Follow-up diagnostiziert wurden.

Im Rahmen von 10 Mio. Personenjahren wurde bei 1500 Personen ein M. Crohn und bei 2732 eine C. ulcerosa diagnostiziert. Bei allen untersuchten Altersgruppen war eine Erhöhung des BMI-Z-Scores um eine Einheit mit einem signifikant verringerten Risiko für UC (HR 0,9) und mit einem signifikant erhöhten CD-Risiko bei einer Diagnose vor dem 30. Lebensjahr assoziiert (Hazard Ratio [HR] 1,2). Die Studienautoren beobachteten in ihrer Analyse keine Assoziationen zwischen Veränderungen im BMI-Z-Score im Alter von 7–13 Jahren und dem späteren Risiko für M. Crohn oder C. ulcerosa.

Fazit
Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass Adipositas ein Risikofaktor für CED ist, und legen nahe, dass Untergewicht im Kindesalter ein Risikofaktor für UC sein kann.

Autoren: Jensen CB et al.
Korrespondenz: Prof. Camilla B. Jensen, Centre for Clinical Research and Prevention, Bispebjerg and Frederiksberg Hospital, Capital Region, Kopenhagen, Dänemark
Studie: Childhood body mass index and risk of inflammatory bowel disease in adulthood: a population-based cohort study
Quelle: Am J Gastroenterol 2018;113(5):694–701.
Web: www.nature.com/ajg

The American Journal of Gastroenterology