BRAFV600E-mutiertes metastasiertes NSCLC: Immuntherapie mit/ohne Chemotherapie besser als BRAF- plus MEK-Inhibitoren19. Februar 2026 Bild: ©appledesign – stock.adobe.com Patienten mit BRAFV600E(d. h. Val600Glu)-mutiertem Nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) können mit Inhibitoren von BRAF und der Mitogen-aktivierten Proteinkinase (MEK) oder mit Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICIs) mit oder ohne Chemotherapie behandelt werden. Die multizentrische, retrospektive Kohortenstudie FRONT-BRAF ging der Frage nach, welche dieser Optionen günstiger ist. In FRONT-BRAF wurden an 17 Zentren in den USA, Italien, Frankreich und Brasilien klinisch-pathologische Daten von 284 Erwachsenen mit behandlungsnaivem, metastasiertem BRAFV600E-mutierten NSCLC im Stadium IV und einem Eastern-Cooperative-Oncology-Group(ECOG)-Status von 0–3 erfasst, die im Zeitraum 02.01.2015–11.07.2024 in der Erstlinie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI; Anti-PD-1 oder -PD-L1; n=88 [31 %]) mit oder ohne platinbasierte Chemotherapie oder BRAF- und MEK-Inhibitoren (Dabrafenib plus Trametinib oder Encorafenib plus Binimetinib; n = 196 [69 %]) begonnen hatten. Das mediane Alter der Teilnehmer beziffern die Wissenschaftler um Alessandro Di Federico, damals tätig am Dana-Farber Cancer Institute in Boston, auf 68 Jahre (IQR 61–74), 148 waren weiblich (52 %) und 136 männlich (48 %). Teilnehmer der ICI-Gruppe mit oder ohne Chemotherapie hatten gegenüber jenen in der anderen Gruppe häufiger eine Raucheranamnese (73 [83 %] vs. 118 [60 %]; p = 0,0002) und eine höhere PD-L1-Expression (≥50 % bei 58 [66 %] vs. 76 [39 %], 1–49 % bei 16 [18 %] vs. 67 [34 %] und <1 % bei 8 [9 %] vs. 31 [16 %]; p = 0,0003). Bei einer medianen Nachbeobachtung von 45,0 Monaten (95 %-KI 39,0–55,7) waren ICIs mit oder ohne Chemotherapie vs. BRAF- plus MEK-Inhibitoren mit einem verbesserten medianen OS verbunden (40,9 Monate [95 %-KI 33,3 bis nicht erreicht] vs. 25,2 Monate [95 %-KI 19,9–31,1]; HR 0,69; 95 %-KI 0,49–0,98; p = 0,039; primärer Endpunkt). In Subgruppenanalysen waren ICIs mit oder ohne Chemotherapie vs. BRAF- plus MEK-Inhibitoren assoziiert mit einem längeren medianen OS bei Teilnehmern mit einer Raucheranamnese (HR 0,60; 95 %-KI 0,40–0,90; p = 0,013), einem PD-L1-Tumor-Proportion-Score von ≥1 % (HR 0,66; 95 %-KI 0,45–0,98; p = 0,039), einem Alter ab 70 Jahren (HR 0,54; 95 %-KI 0,31–0,94; p = 0,029), bei TP53-Komutationen (HR 0,46; 95 %-KI 0,27–0,79; p = 0,0048) und bei jenen ohne Hirnmetastasen (HR 0,66; 95 %-KI 0,45–0,99; p = 0,045). Bei BRAF- plus MEK-Inhibitoren waren die Häufigkeiten unerwünschter Ereignisse jeglichen Grades sowie von Grad 3 und höher ähnlich, unabhängig davon, ob sie in der Erstlinie oder nach ICIs mit oder ohne Chemotherapie in der Zweitlinie verabreicht wurden. Obwohl diese Ergebnisse auf eine potenzielle klinische Relevanz hinwiesen, blieben sie explorativ und bedürften der Bestätigung durch prospektive Studien, ergänzt das Team. (sf)
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