Brandenburg bekommt die ersten Kinderschutzambulanzen15. April 2026 Brandenburg richtet die ersten Kinderschutzambulanzen ein, wo Kinder mit Missbrauchserfahrung in geschützter Umgebung untersucht und befragt werden können. (Foto: © Andreas Koch stock.adobe.com) Erstmals wird es auch in Brandenburg extra geschützte Räume für missbrauchte Kinder geben. In einer Kinderschutzambulanz können sich Ärzte ganz auf Kinder in Not konzentrieren. Brandenburg bekommt die ersten Kinderschutzambulanzen. Dort können Kinder bei Verdacht auf Misshandlung oder Missbrauch gezielt untersucht werden. Im Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam werde in der kommenden Woche eine solche Hilfseinrichtung eröffnet, berichtete Petra Degenhardt, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie. Zum April hat zudem nach Angaben der Kreisverwaltung Uckermark am GLG Werner Forßmann Klinikum Eberswalde eine Ambulanz ihre Arbeit aufgenommen. Bislang untersuchen Ärztinnen und Ärzte betroffene Kinder meist in der Rettungsstelle oder stationär. Brandenburg ist das einzige Bundesland, das bisher keine Kinderschutzambulanz hatte. Hinweise aus Kitas, Schulen, von Ärzten Weitere Einrichtungen sind in Brandenburg geplant, wie Degenhardt erläuterte: voraussichtlich im Sommer in Frankfurt (Oder) und in Lauchhammer sowie auch in Cottbus und in Neuruppin. Die Kinder würden immer über das Jugendamt zugewiesen, beispielsweise nach Hinweisen aus Kitas, Schulen oder von Kinderärzten. Eine Kinderschutzambulanz hat aus Sicht von Alexandra Mebus-Haarhoff, Leiterin des Jugendamtes Potsdam, einige Vorteile. Ein geschützter Raum sei etwa weniger belastend für das Kind und berge dadurch auch weniger die Gefahr einer Retraumatisierung. Ein längerer Aufenthalt im Krankenhaus dagegen sei bei nicht akuten Fällen zudem oft nicht sinnvoll und teuer. In Berlin gebe es bereits seit vielen Jahren Kinderschutzambulanzen, etwa an der Charité, die teils bei Kindern aus Brandenburg ausgeholfen haben, so Mebus-Haarhoff. Puppenhaus und Bücher: Ein geschützter Raum für Kinder Auch Chefärztin Degenhardt betont die Hilfe: Künftig werde man nicht „mit 20 anderen wartenden, hustenden Kindern und relativ hohem Zeitdruck eine Diagnostik machen“ müssen. Sondern die Mediziner könnten sich ausreichend Zeit für die schwierigen Fälle nehmen und auch mögliche Folgetermine vereinbaren. Spielzeug, Bücher und etwa ein Puppenhaus sollen es auch dem Kind erleichtern, von seinen Erlebnissen zu erzählen und sich untersuchen zu lassen. Der Bedarf sei hoch, sagte Hans Leitner, ehemaliger Leiter der Fachstelle Kinderschutz im Land Brandenburg. Rund 700 mögliche Kindeswohlgefährdungen müsse man sich pro Jahr genauer anschauen. Nach letzten Angaben aus dem Ministerium stellt das Land eine Anschubfinanzierung für die neuen Kinderschutzambulanzen zur Verfügung.
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