Brandwunden: Neue Generation von Hautersatzstoffen gibt Hoffnung26. Mai 2025 © Microgen – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer Übersichtsarbeit analysieren Forschende aus Australien die Fortschritte im Bereich dermaler Ersatzstoffe. Der Fokus liegt auf der Infektionsbekämpfung und der Geweberegeneration nach schweren thermischen Verletzungen. Schwere Verbrennungen zählen weiterhin zu den komplexesten Verletzungen in der Medizin und sind weltweit mit einer hohen Morbidität und Mortalität assoziiert. Trotz jahrzehntelanger Fortschritte reichen konventionelle Verfahren wie die autologe Hauttransplantation häufig nicht aus, um eine ausreichende Heilung und Infektionskontrolle zu gewährleisten. Dies führt zu verlängerten Krankenhausaufenthalten und erheblichen Kosten im Gesundheitssystem. Die Dringlichkeit, sicherere und effektivere Lösungen zu entwickeln, ist laut den Autoren größer denn je. Infektionen stellen eine der Hauptursachen für Komplikationen und Mortalität bei Brandverletzten dar. Obwohl zahlreiche kommerzielle Hautersatzprodukte verfügbar sind, bieten nur wenige einen integrierten antimikrobiellen Schutz – ein entscheidender Aspekt angesichts der hohen Infektionsanfälligkeit von Brandwunden. Die Übersichtsarbeit diskutiert neue Technologien wie Kerecis, ein Fischhauttransplantat mit natürlichen antimikrobiellen Eigenschaften, sowie NovoSorb BTM, eine synthetische, biologisch abbaubare Matrix, die ohne Antibiotika bakterieller Kolonisation entgegenwirkt. Diese Produkte repräsentieren eine neue Generation dermaler Ersatzstoffe mit erweitertem Potenzial zum Schutz und zur Heilung komplexer Verbrennungswunden. Kerecis wird aus wildem Atlantikkabeljau gewonnen. Das Transplantat zeichnet sich durch den Erhalt natürlicher Omega-3-Fettsäuren aus, die sowohl antimikrobielle als auch wundheilungsfördernde Eigenschaften besitzen. NovoSorb BTM basiert auf einer Polyurethan-Matrix, die auch in infizierten Wunden strukturelle Stabilität bietet und als Gerüst für die Geweberegeneration dient. Diese Materialien verdeutlichen einen Paradigmenwechsel hin zu multifunktionalen Therapien, die strukturelle Unterstützung mit Infektionsresistenz kombinieren. Angesichts der weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenzen sind solche Entwicklungen von zentraler Bedeutung. Die Autoren fordern, dass künftige Forschung aktive antimikrobielle Wirkstoffe direkt in 3D-dermale Gerüste integriert, um die Abhängigkeit von Antibiotika und temporären Wundauflagen zu verringern. Über die Infektionskontrolle hinaus rückt die narbenfreie Heilung als zukünftiges Ziel in den Fokus. Durch die Kombination intelligenter Biomaterialien mit zellbasierten Therapien streben Wissenschaftler an, Haut zu regenerieren, die ihre volle Funktion wiedererlangt.
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