Brustkrebs: Hyperbare Sauerstofftherapie nach Bestrahlung kann Fibrose verhindern

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Die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) kann nach einer Brustbestrahlung zwar keine Schmerzen lindern, jedoch zumindest eine Fibrose verringern. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam um Dr. Dieuwke R. Mink van der Molen vom Universitair Medisch Centrum Utrecht, Niederlande.

Allerdings wurde in der Subgruppe der Frauen, welche die HBOT auch tatsächlich abschlossen – 25 Prozent –, durchaus eine signifikante Verringerung von Schmerzen und Fibrosen beobachtet. Es sei ein kleinerer Anteil von Frauen mit späten lokalen toxischen Wirkungen auf die HBOT vorbereitet worden als erwartet, ergänzt das Team.

Dies war eine krankenhausbasierte, pragmatische, zwei-armige, randomisierte klinische Studie in den Niederlanden innerhalb der prospektiven UMBRELLA-Kohorte. Zum Einsatz kam das „Trials within Cohorts“-Design. Zu den Teilnehmerinnen gehörten 189 Frauen mit nach eigenen Angaben mittelschweren oder schweren Schmerzen in Brust, Brustwand und/oder Schulter in Kombination mit leichten, mittelschweren oder schweren Ödemen, Fibrosen oder Bewegungseinschränkungen (mindestens 12 Monate) nach der Brustbestrahlung (Datenanalyse Mai bis September 2023). Die Intervention bestand in 30 bis 40 HBOT-Sitzungen über sechs bis acht aufeinanderfolgende Wochen.

Im Fokus standen Brust-, Brustwand- und/oder Schulterschmerzen sechs Monate nach der Randomisierung, gemessen mit dem Fragebogen QLQ-BR23 der European Organization for Research and Treatment of Cancer. Als sekundäre Endpunkte hatten die Autoren Fibrose, Ödeme, Bewegungseinschränkungen und allgemeine Lebensqualität nach Angaben der Patientinnen definiert. Die Daten wurden nach den Prinzipien ITT und des Complier Average Causal Effect (CACE) analysiert.

Ergebnisse der Studie

Wie die Ergebnisse zeigen, wurden zwischen November 2019 und August 2022 insgesamt 125 Frauen mit späten lokalen toxischen Wirkungen für die HBOT randomisiert (Interventionsarm; medianes Alter 56 Jahre; Spanne 37 bis 85 Jahre), und 61 (medianes Alter 60 Jahre; Spanne 36 bis 80 Jahre) für den Kontrollarm. Von jenen, denen eine HBOT angeboten wurde, nahmen 31 (25%) die Behandlung an und beendeten sie. Der häufigste Grund für die Ablehnung einer HBOT war eine hohe Behandlungsintensität.

In der ITT-Studie berichteten 58 von 115 Frauen (50%) im Interventionsarm und 32 von 52 (62%) im Kontrollarm über mäßige oder starke Schmerzen bei der Nachuntersuchung (Odds Ratio 0,63; 95 Prozent-KI 0,32-1,23; P=0,18). In CACE lag der Anteil der Frauen, die bei der Nachuntersuchung über mäßige oder starke Schmerzen berichteten, bei 32 Prozent (10 von 31) unter jenen, die die HBOT abgeschlossen hatten, und bei 75 Prozent (9,7 von 12,9) unter Kontrollpersonen, die die HBOT voraussichtlich abschließen würden, wenn sie angeboten würde (korrigierte Odds Ratio 0,34; 95 Prozent-KI 0,15–0,80; P=0,01). Bei der Auswertung nach ITT gaben in der Interventionsgruppe 35 von 107 (33%) eine mäßige oder schwere Fibrose und in der Kontrollgruppe 25 von 49 (51%; Odds Ratio 0,36; 95%-KI 0,15–0,81; P=0,02). Zwischen den nach ITT und CACE ausgewerteten Gruppen beobachteten die Autoren keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf Brustödeme, Bewegungseinschränkungen und Lebensqualität.

Die Studie wird von einem Kommentar begleitet (doi.org/10.1001/jamaoncol.2023.6698).

(sf)