Brustkrebs: Stadium des Östruszyklus beeinflusst Empfindlichkeit gegenüber einer Chemotherapie

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Das Ansprechen von Brustkrebs auf eine neoadjuvante Chemotherapie (NAC) variiert erheblich, selbst wenn die Tumoren zum gleichen molekularen oder histologischen Subtyp gehören. Zu dieser Heterogenität trägt vor allem der Östruszyklus bei, wie jetzt an Mausmodellen gezeigt wurde.

In der neuen Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde, zeigen die Forscher in drei Mausmodellen für Brustkrebs, dass das Ansprechen auf eine NAC verringert ist, wenn die Behandlung in der Diöstrusphase begonnen wird − verglichen mit der Einleitung während des Östrusstadiums. Ähnliche Ergebnisse wurden in retrospektiven prämenopausalen Kohorten menschlicher Patientinnen beobachtet.

Mechanistisch gesehen kommt es während der Diöstrusphase zu systemischen und lokalen Veränderungen, darunter einer erhöhten Anzahl von Zellen, die einen epithelialen-mesenchymalen Übergang durchlaufen, der mit der Chemoresistenz in Zusammenhang steht. Außerdem gibt es einen verringerten Durchmesser der Tumorgefäße, was auf mögliche Einschränkungen der Arzneimittelempfindlichkeit und -verabreichung hindeutet, so die Autoren.

Erhöhte Präsenz von Makrophagen

Darüber hinaus ist die Diöstrusphase durch eine erhöhte Präsenz von Makrophagen gekennzeichnet, die zuvor mit der Induktion einer Chemotherapie-Resistenz in Verbindung gebracht wurde. Wenngleich die NAC den Östruszyklus unterbreche, bleibe diese erhöhte Makrophagen-Prävalenz bestehen und eine Depletion der Makrophagen mildere das verringerte Therapie-Ansprechen ab, das bei Behandlungsbeginn während des Diöstrusstadiums beobachtet wird, berichten die Autoren.

„Unsere Daten zeigen, dass der Östruszyklus ein entscheidender infradianer Rhythmus ist, der die Chemosensitivität bestimmt. Dies rechtfertigt künftige klinische Studien, um den optimalen Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn zu ermitteln und so die Ergebnisse der Chemotherapie zu verbessern“, schreiben die Forscher abschließend.

(ir)