Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitoren bei persistierender ITP: Rilzabrutinib sicher und wirksam10. Oktober 2025 Bild: ©Saiful52 – stock.adobe.com Rilzabrutinib zielt laut einer neuen Studie auf mehrere Mechanismen der Immunthrombozytopenie (ITP) ab und ist ein vielversprechender Therapieansatz für Patienten mit persistierender bzw. chronischer ITP . Bruton-Tyrosinkinase(BTK)-Inhibitoren sind überwiegend aus der Therapie für maligne B-Zell-Erkrankungen bekannt, können aufgrund ihrer Wirkmechanismen aber auch für Autoimmunerkrankungen relevant sein. So zielt der kovalente, reversible BTK-Inhibitor Rilzabrutinib z. B. auf mehrere Mechanismen der ITP ab und ist ein vielversprechender Therapieansatz für Patienten mit persistierender bzw. chronischer ITP. Das zeigen die Ergebnisse der Phase-III-Studie LUNA3, die von einem Team um Dr. David J. Kuter von der Harvard Medical School in Boston in der Fachzeitschrift „Blood“ veröffentlicht wurden. Aufbau der LUNA3-Studie Über einen Zeitraum von 24 Wochen wurde die orale Gabe von Rilzabrutinib (400 mg 2-mal täglich) bei 133 Patienten, die auf keine bisherige Therapie angesprochen hatten, getestet und mit Placebo-Kontrollen (n=69) verglichen (n=202). Das mediane Alter aller Patienten, von denen 63 % weiblich waren, berechneten die Autoren mit 47 Jahren. Die mediane Dauer der ITP betrug 7,7 Jahre und 28 % der Patienten hatten sich zuvor einer Splenektomie unterzogen. Insgesamt erreichten 85 mit Rilzabrutinib behandelte Patienten (64 %) und 22 aus der Placebo-Gruppe (32 %) während der ersten 12 Wochen ein Ansprechen der Thrombozyten (≥ 50 x 109/l oder 30 – < 50 x 109/l und eine Verdoppelung gegenüber dem Ausgangswert) und konnten die Behandlung fortsetzen. Primärer Endpunkt der Studie war eine bleibende Normalisierung der Thrombozytenzahlen (≥ 50 x 109/l für mindestens 2 Drittel von ≥ 8 der letzten 12/24 Wochen ohne Notfalltherapie). Diesen erreichten 31 Patienten unter Rilzabrutinib (23 %), jedoch niemand aus der Placebogruppe (p<0,0001). Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte ebenfalls verbessert Alle sekundären Wirksamkeitsendpunkte waren für Rilzabrutinib ebenfalls signifikant besser (p<0,05). Unter den Patienten, die auf Rilzabrutinib ansprachen, lag die mediane Ansprechdauer bei 15 Tagen. Darüber hinaus reduzierte Rilzabrutinib den Bedarf an Notfalltherapien deutlich um 52 % (p=0,0007) und verbesserte die Blutungswerte in Woche 25 (p=0,0006). Eine Verbesserung der körperlichen Erschöpfung konnte von Woche 13 an (p=0,01) durchgängig bis Woche 25 (p=0,0003) beobachtet werden. Nebenwirkungen waren überwiegend der Schweregrade 1–2. Ein Patient mit mehreren Risikofaktoren erlitt unter Rilzabrutinib eine schwere behandlungsbedingte periphere Embolie von Grad 3 (linker Unterschenkel), ein anderer verstarb an einer nicht mit der Behandlung assoziierten Lungenentzündung. Diese Veröffentlichung wird von einem Kommentar begleitet (doi: 10.1182/blood.2025028584). Die US-amerikanische Food and Drug Administration hat Rilzabrutinib am 02.09.2025 in Tablettenform zur Behandlung von Erwachsenen mit anhaltender oder chronischer ITP zugelassen, die nicht ausreichend auf Immunglobuline, Anti-D-Therapie oder Corticosteroide angesprochen haben. (mkl)
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