Bündnis für bundesweites Böllerverbot wächst weiter7. Dezember 2023 Foto: mitifoto – stock.adobe.com Das von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) initiierte Bündnis aus Umwelt-, Verbraucher-, Tierschutz- und Gesundheitsorganisationen für ein böllerfreies, friedliches Silvester gewinnt immer mehr Unterstützung. Die DUH begrüßt Gewerkschaft der Polizei und weitere neue Partner. In diesem Jahr haben sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bündeln, Pro Wildlife und die Deutsche Tinnitus-Liga neu angeschlossen. Gemeinsam fordert das Bündnis Bundesinnenministerin Faeser auf, endlich die rechtliche Grundlage für ein böllerfreies Silvester zu schaffen, um eine Wiederholung der schrecklichen Ereignisse der vergangenen Silvesternacht zu verhindern. Dazu muss in der geltenden Sprengstoffverordnung nur ein Satz gestrichen werden. Dadurch wäre der Verkauf und das Abfeuern von schwarzpulverhaltigen Feuerwerkskörpern endgültig bundesweit verboten. Zum Jahreswechsel 2022/23 wurden Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr und der Rettungsdienste gezielt mit Pyrotechnik beschossen. Tausende Brände wurden landesweit entfacht und tausende Menschen erlitten teils schwerwiegende Verletzungen. Die enorme Lautstärke der Pyrotechnik führte darüber hinaus dazu, dass Millionen Tiere in Panik gerieten. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch dazu: „Ich wünsche mir, dass Rettungskräfte, Augen- und Unfallchirurgen endlich einmal zum Jahreswechsel im Kreise ihrer Liebsten feiern können. Bisher herrschte in der Silvesternacht Ausnahmezustand in den Unfallabteilungen der Krankenhäuser. Verzweifelte Eltern bangen um das Augenlicht ihrer Kinder, Unfallchirurgen versuchen zerfetzte Hände zu operieren.” Verantwortlich für das tausendfache Leid sei Bundesinnenministerin Nancy Faeser. Sie weigere sich, wie zuvor ihr CSU-Vorgänger im Amt, das Ende der archaischen Silvesterböllerei anzuordnen. Wie ernst die Lage für Einsatzkräfte ist, zeige die Gewerkschaft der Polizei nun mit ihrer Teilnahme am Bündnis. Und auch die Mehrheit der Bevölkerung sei für ein Ende der privaten Böllerei, wie eine neue Umfrage der Verbraucherschutzzentrale Brandenburg erneut belegt habe, so Resch weiter. „Die Lösung ist simpel: Mit einer Änderung der Sprengstoffverordnung kann Innenministerin Faeser Millionen Menschen und Tieren ein gesundes und friedliches Silvester ermöglichen”, betont der DUH-Geschäftsführer. Der GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke erklärt: „Die Gewerkschaft der Polizei hält an ihrer Forderung eines generellen Böllerverbotes fest. Pyrotechnik in privater Hand ist gefährlich und nicht mehr zeitgemäß. Ein solches Verbot ist jedoch aus der polizeilichen Perspektive nur ein Baustein für ein deutlich friedlicheres Silvester. Angesichts der schockierenden Angriffe auf Einsatzkräfte wollen wir alle Beteiligten an einen Tisch bringen und am Ende mit klaren Aufträgen herausgehen. Eine Silvesternacht wie die vergangene darf sich nicht mehr wiederholen.” Auch Karlin Stark, Schriftführerin des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst kritisiert: „Der unkontrollierte, häufig unsachgemäße Gebrauch von Feuerwerkskörpern, auch in den Händen von Kindern, verursacht jedes Jahr eine Vielzahl vermeidbarer Verletzungen und Beeinträchtigungen bei Menschen, Tieren und der Umwelt. Die enorme Feinstaubbelastung ist ein weiterer Umstand, der bei vielen Menschen körperliche Beeinträchtigungen, vor allem Atemnotzustände und Asthmaanfälle verursacht. Vor diesem Hintergrund trat der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen dem ‚Bündnis böllerfreies Silvester’ im Jahr 2022 bei und plädiert klar für ein Verbot der Anwendung von Feuerwerkskörpern für Privatpersonen.” Auch die Tierschutzorganisationen Peta, Deutscher Tierschutzbund, Pro Wildlife, Vier Pfoten, Tasso e.V und Jane Goodall Institut Deutschland fordern ein Handeln der Politik. „Es wird endlich Zeit, ein Verbot für private Feuerwerke zu erwirken, um das jährliche immense Tierleid zu verhindern”, sagt etwa Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Hintergrund: Dem Bündnis gehören neben der DUH folgende fünfzehn Organisationen an: Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Bundesverband Tierschutz, Deutscher Tierschutzbund, Deutsche Tinnitus-Liga, Gewerkschaft der Polizei, Jane Goodall Institut Deutschland, Bundesverband Menschen für Tierrechte, Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg, NaturFreunde Deutschlands, PETA Deutschland, Pro Wildlife, Tasso, Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft, Tierschutz-Netzwerk Kräfte Bündeln, Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz. Den Bündnispartnern zufolge führen „archaische Feuerwerksraketen und Böller auf Schwarzpulverbasis” an Silvester regelmäßig zur höchsten Luftbelastung des Jahres, schädigen Millionen Haus-, Nutz- und Wildtiere, verschmutzen die Umwelt mit tausenden Tonnen Müll und führen zu vielen tausenden, zum Teil lebensbedrohlichen Verletzungen und im schlimmsten Fall sogar zu Todesfällen.
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