Bundesforschungsministerium fördert Verbundprojekt zur intraoperativen Analyse von entferntem Tumorgewebe10. Dezember 2024 Bild: © OpenClipart-Vectors – pixabay.com In einem gemeinsamen Projekt wollen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, und der Universität zu Lübeck intraoperativ gewonnenes, fragmentiertes Tumorgewebe mittels Aspirathistologie analysieren. Gefördert wird das Projekt ASPIRAT vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms Gesundheitsforschung Deutschland, Fachprogramm Medizintechnik, über drei Jahre mit insgesamt 3,3 Millionen Euro. Davon gehen 812.000 Euro an die Arbeitsgruppe von Prof. Julia Neumann im Institut für Neuropathologie und im Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg des UKE, in dem die Aspirathistologie analysiert und validiert wird und KI-basierte Auswertesysteme entwickelt werden sollen. Geleitet wird das Verbundprojekt von der Neurochirurgie des UKSH. Ziel des Projekts ist es, die Entfernung von Tumorgewebe zu optimieren und durch eine schnellere Diagnose deutlich früher mit einer personalisierten Therapie zu beginnen. Zur Entfernung von Tumoren am zentralen Nervensystem wird in 30 bis 40 Prozent aller Operationen ein Ultraschallaspirator verwendet. Dieser zertrümmert das Gewebe und saugt die entstandenen Gewebefragmente unter Zugabe einer Spüllösung kontinuierlich ab. Die Tumorgewebefragmente fallen als „Abfallprodukt“ (Aspirat) an. In dem Projekt sollen diese Aspirate unmittelbar neuropathologisch untersucht werden, um zu zeigen, ob der Neurochirurg noch im Tumor operiert oder sich bereits in Tumor-freien Arealen befindet. Zudem sollen Aussagen zur Tumorart getroffen werden. Zu diesem Zweck soll das Aspirat mit Hilfe einer besonders schnellen Form der Multiphotonen-Mikroskopie (Imaging Flow Histology) noch während der Gewebeaspiration KI-unterstützt untersucht werden.
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