Bundesverband Praktizierender Tierärzte: Forderungen zur Bundestagswahl12. Februar 2025 Symbolbild: © st.kolesnikov – stock.adobe.com Um die Sicherstellung von Tiergesundheit und Tierschutz, vor allem durch den Erhalt einer flächendeckenden tierärztlichen Versorgung in Deutschland zu gewährleisten, hat der bpt Forderungen an die zukünftige Bundesregierung noch einmal kurz zusammengefasst. Als ersten Punkt nennt der bpt eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes: Um einen funktionierenden Notdienst sicherzustellen, müssen die verfügbaren (wenigen) Tierärzte/innen und TFA flexibler eingesetzt werden können. Deshalb fordert der bpt eine Wochenarbeitszeit und Öffnungsklauseln bei den Ruhezeiten, wie im EU-Recht vorgesehen. Die weiteren Forderungen lauten: Abbau von unnötiger BürokratieTäglich 2,5 Stunden verbrächten Tierärzte/innen mit Schreibarbeit, so der Wortlaut. Diese Zeit fehle zur Behandlung kranker Tiere. Deshalb fordert der bpt den Abbau von Dokumentationspflichten in allen Bereichen, v.a. im Tierarzneimittelrecht. Modernisierung der Tierärztlichen Approbationsverordnung (TAppV)Das Studium der Veterinärmedizin bereitet Studierende laut bpt nicht optimal auf den Arbeitsalltag vor. Deshalb die Forderung seitens des bpt, dass Ökonomie und Kommunikation ins Curriculum aufgenommen werden (Vorschlag von Fakultätentag, BTK und bpt liegt vor). Schnellere Anerkennung ausländischer Tierärzte/innenAusländische Tierärzte/innen müssen schneller in den Beruf einsteigen können. Deshalb fordert der bpt die Beschleunigung der Anerkennungsverfahren für Nicht-EU-Tierärzte durch die Einführung bundeseinheitlicher Vorgaben, die Etablierung eines einheitlichen Ansprechpartners und die Anerkennung der englischen Sprache als (zunächst) ausreichende Berufsausübungsvoraussetzung. Besserer Mutterschutz für selbständige Tierärzte/innenIm „Frauenberuf Tiermedizin“ brauche es dringend mehr Frauen, die sich selbständig machen wollen, um die flächendeckende tierärztliche Versorgung auch in Zukunft zu gewährleisten. Dazu fordert der bpt, dass selbständige wie angestellte Mütter die gleiche finanzielle Unterstützung erhalten. Gesicherte Kinderbetreuung gewährleistenZu viele Eltern müssten derzeit in Teilzeit arbeiten, weil die Kinderbetreuung nicht zuverlässig funktioniert bzw. Kita-Plätze fehlen. Ohne eine gesicherte Kinderbetreuung ist es Familien aber nicht möglich, ihre Arbeitszeiten den Bedürfnissen der Branche anzupassen, so der bpt. Tierärzte/innen im Ruhestand mit Anreizen zurückholenFür Tierärzte/innen im Ruhestand müssten finanzielle Anreize geschaffen werden, damit eine (teilweise) Rückkehr ins Berufsleben attraktiv ist. Dazu fordert der bpt u.a. eine Befreiung von Steuern und Sozialabgaben auf den Hinzuverdienst. Regelmäßige Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)Um den Tierarztberuf für selbständige und angestellte Tierärzte/innen auch finanziell attraktiv zu halten, fordert der bpt eine regelmäßige Anpassung der GOT, z.B. durch Verankerung einer transparenten Inflationsindexklausel in der GOT. Verbindliche Regelung für TiergesundheitsbesucheSeit 2021 schreibt die EU regelmäßige Tiergesundheitsbesuche bei Nutztieren vor, u. a. um Tierseuchen früher zu erkennen und den Einsatz von Tierarzneimitteln zu verringern. In vielen EU-Ländern sei diese Vorgabe bereits umgesetzt worden, jedoch nicht in Deutschland, so der bpt. Der Berufsverband fordert deshalb die Bundesregierung auf, auch hierzulande das EU Recht umzusetzen. Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen sofortDie schwierige Situation der Tierheime muss schnell und effektiv verbessert werden, indem eine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung per Transponder für Hunde und Katzen eingeführt wird (schnellere Rückführung von Fundtieren). Hierfür muss es nach Auffassung des bpt eine vorgezogene gesetzliche Regelung geben, unabhängig von weiteren Diskussionen zum Tierschutzgesetz.
Mehr erfahren zu: "Extreme Tierarten als Schlüssel für Erkrankungen des Menschen" Extreme Tierarten als Schlüssel für Erkrankungen des Menschen Zahlreiche Tiere leben in extremen Umgebungen und haben ihren Stoffwechsel entsprechend angepasst. Wissenschaftler zeigen nun, dass sich aus diesem Wissen Lösungen entwickeln lassen könnten, die gegen Erkrankungen beim Menschen helfen. […]
Mehr erfahren zu: "Junge Haiarten sterben häufiger aus als alte" Junge Haiarten sterben häufiger aus als alte Bei den heutigen Haien und Rochen sind junge Arten, die seit weniger als 4 Millionen Jahren existieren, stärker vom Aussterben bedroht als ältere Arten. Dies haben Forschende anhand von Fossilien […]
Mehr erfahren zu: "Nährstoffreiches Ergänzungsfuttermittel verbessert Hautgesundheit bei CAD" Nährstoffreiches Ergänzungsfuttermittel verbessert Hautgesundheit bei CAD Ein Forscherteam der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) hat in einer neuen Studie gezeigt, dass ein speziell entwickeltes Ergänzungsfuttermittel die Hautgesundheit von Hunden mit atopischer Dermatitis (CAD) deutlich verbessern kann.