Tiergesundheit: Aktuelle EU-Umfrage zeigt Handlungsbedarf bei Aufklärung und Dialog5. September 2025 (Symbolbild) Foto: © Parilov – stock.adobe.com Eine europaweit durchgeführte Umfrage im Auftrag von AnimalhealthEurope zeigt das große Vertrauen der Bevölkerung in tierärztliche Versorgung und Prävention – macht aber auch Informationsdefizite sichtbar, so der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT). Der BfT sieht darin eine klare Aufforderung für mehr Dialog und faktenbasierte Aufklärung rund um Tierarzneimittel. „Dass rund 80 Prozent der Befragten Impfungen bei Tieren befürworten, ist ein starkes Signal“, betont Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT. „Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Menschen nicht wissen, dass der Einsatz von Antibiotika und Hormonen zur Wachstumsförderung in der EU bereits seit Jahren verboten ist – oder wie anspruchsvoll die Entwicklung moderner Tierarzneimittel tatsächlich ist.“ Die Ergebnisse der Studie, die zwischen März und April 2025 in mehreren EU-Ländern erhoben wurde, belegen ein wachsendes Grundverständnis für den Nutzen tiermedizinischer Maßnahmen. Gegenüber der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2020 zeigen sich signifikante Verbesserungen bei den Ergebnissen – insbesondere im Hinblick auf die Rolle der Tiergesundheit für Tierwohl, Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit. Prävention wird klar befürwortet * 78 Prozent halten Krankheitsvorbeugung bei Nutztieren für besser als Behandlung – bei Heimtieren sogar 80 Prozent. * 87 Prozent befürworten regelmäßige Gesundheitschecks für Heimtiere. * 74 Prozent sprechen sich für regelmäßige Impfungen bei Nutztieren aus, 78 Prozent bei Heimtieren. Wissenslücken bei Antibiotika und Hormonen * 59 Prozent wissen nicht, dass Antibiotika als Wachstumsförderer verboten sind. * 39 Prozent gehen fälschlicherweise davon aus, dass Antibiotika routinemäßig ohne Erkrankung verabreicht werden. * 55 Prozent wissen nicht, dass auch Hormone nicht als Wachstumsförderer eingesetzt werden dürfen. Tiergesundheit als Basis für Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit * 84 Prozent sehen einen direkten Zusammenhang zwischen Tiergesundheit und der Qualität von Lebensmitteln. * 81 Prozent erkennen den Beitrag zu einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion. * 70 Prozent sehen in Impfungen einen wichtigen Schutzmechanismus gegen Zoonosen. Trotz insgesamt positiver Einstellungen bleibt die Skepsis in Deutschland vergleichsweise hoch – insbesondere beim Einsatz von Antibiotika und in Bezug auf landwirtschaftliche Praktiken. Dabei verfügt die deutsche Bevölkerung laut Umfrage über einen leicht überdurchschnittlichen Wissensstand im europäischen Vergleich. Tiergesundheit ist ein zentrales Thema für unsere Gesellschaft – sie steht für Tierwohl, Lebensmittelsicherheit und Gesundheitsschutz, so der BfT. „Deshalb setzen wir uns für eine faktenbasierte Kommunikation ein – transparent, verständlich und im Dialog mit der Öffentlichkeit“, unterstreicht Dr. Schüller. Über die Umfrage Die Online-Erhebung wurde im Zeitraum von März bis April 2025 durchgeführt. Befragt wurden 6.300 Personen in verschiedenen europäischen Ländern, darunter jeweils 1.000 pro Land sowie 1.300 Teilnehmende in den nordischen Ländern.
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