Bundesweit bisher 129 Fälle von Hasenpest

Apathischer Feldhase (Symbolbild) Foto: © Alexander – stock.adobe.com

In Hessen traten dieses Jahr bislang 10 Fälle von Hasenpest auf. Bei der auch als Tularämie bekannten Erkrankung handelt es sich um eine Zoonose, d. h. die Infektion kann vom Tier auf den Menschen übergehen.

In Hessen sind dieses Jahr zehn Fälle von Hasenpest gemeldet worden. Das teilte das hessische Landwirtschaftsministerium auf Anfrage mit. Im vergangenen Jahr seien es insgesamt 24 gewesen, 2024 hingegen nur 7 Fälle.

Was ist Hasenpest?

Tularämie wird durch das Bakterium Francisella (F.) tularensis hervorgerufen. Es handelt sich dabei um gramnegative, pleomorphe, unbewegliche, aerob wachsende Bakterien. Sie bilden keine Sporen, sind aber dennoch gegenüber äußeren Bedingungen sehr widerstandsfähig. Von ihr sind meist Feldhasen betroffen, viele erkrankte Tiere sterben. Bei chronischem Verlauf fallen hochgradige Abmagerung, Entkräftung, Hautgeschwüre und eine Schwellung der Lymphknoten auf, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das Krankheitsbild beschreibt. Nach 2 bis 6 Wochen ist ein letaler Ausgang möglich. Bei akutem Verlauf treten Symptome wie Apathie, Fieber, Tachypnoe auf, außerdem auch gesträubtes Fell.

Die Hasenpest ist auch auf den Menschen übertragbar, dabei beginnt sie meist mit grippeartigen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Inkubationszeit beim Menschen beträgt laut FLI meist 3-5 Tage. Tularämie kann mit Antibiotika behandelt werden. Als mögliche Übertragungswege für den Menschen können Haut – und Schleimhautkontakt mit infektiösem Tiermaterial, Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch (Hasen) oder Wasser, Stiche durch infizierte blutsaugende Insekten oder Zecken sowie kontaminierte Stäube und Aerosole fungieren, wie das FLI auf seiner Homepage informiert.

NRL für Tularämie | Friedrich-Loeffler-Institut

Lage in Deutschland  

Bundesweit seien bis zum 9. September 129 Fälle von Hasenpest gemeldet worden, davon zehn in Hessen, wo sich die Fälle in diesem Jahr wie folgt verteilen: vier Fälle im Landkreis Gießen, drei im Landkreis Main-Kinzig und drei im Landkreis Limburg-Weilburg.

Auch im vergangenen Jahr gab es in diesen Landkreisen Fälle, außerdem wurde die Hasenpest 2025 noch aus Stadt und Landkreis Kassel sowie den Landkreisen Groß-Gerau, Schwalm-Eder und Marburg-Biedenkopf gemeldet.