BVA-Delegiertenversammlung in Berlin: Die Augenheilkunde zukunftsfähig machen4. November 2025 Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands traf sich am 1. und 2. November zur jährlichen Delegiertenversammlung in Berlin. Ein Thema der Tagung war die augenheilkundliche Versorgung von Kindern, die aus Sicht des BVA unbedingt gestärkt werden muss.Symbolbild.©Konstantin Shishkin-stock.adobe.com Am 1. und 2. November tagte die Delegiertenversammlung des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA) in Berlin. Die Augenärzteschaft machte deutlich: Die Augenheilkunde und der Berufsverband müssen sich zukunftsfähig aufstellen. Einen Schritt in Richtung Zukunft geht der BVA, indem er den Delegierten einen Antrag zur Satzungsänderung vorlegte, in dem eine Namensanpassung des Verbandes vorgeschlagen wurde. „In der Medizin insgesamt und auch im Bereich der Augenheilkunde arbeiten mehrheitlich Kolleginnen“ hieß es im Antrag zur Umbenennung des Verbandes. Zahlreiche Berufsverbände haben dieser Entwicklung bereits Rechnung getragen. Nun stimmten auch die Delegierten des BVA für eine Umbenennung: Er wird zukünftig „Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands e.V.“ heißen. Das Verbandskürzel BVA bleibt aber erhalten. „Der Vorstand begrüßt die Entscheidung der DV zur Namensanpassung. Es ist ein wichtiges Zeichen gleichermaßen für unsere Mitglieder als auch für die Außenwirkung“, fasste Dr. Inger Lüdeke, BVA-Vorstandsmitglied, zusammen. Augenscreening im Drogeriemarkt: PR-Versprechen statt fachärztlicher Versorgung Unter den Delegierten wurde die Entwicklung in DM-Märkten kontrovers diskutiert. Seit dem vergangenen Monat bietet die Drogeriekette sogenannte Gesundheitsdienstleistungen an. Darunter befinden sich auch Augenscreenings mit Netzhautfotografie in Kooperation mit Skleo Health. Bereits in der Pressemitteilung vom August 2025 hat der BVA dieses Angebot scharf kritisiert. Auch die Delegierten beobachten das Drängen von Drittanbietern in den Markt mit Sorge. Im Zuge der Einführung der neuen Dienstleistungen hat die Wettbewerbszentrale Klage gegen die Drogeriekette „dm“ und die Skleo Health GmbH angekündigt, was ebenfalls Gegenstand der Diskussionen in Berlin war. Kinderaugen nicht aus dem Blick verlieren Ein weiteres Thema der Tagung war die augenheilkundliche Versorgung von Kindern. Der BVA bemüht sich seit Jahren, die Belange der Kinderophthalmologie zu stärken. „Kinderaugen müssen augenfachärztlich untersucht werden“, erklärte der Sprecher des BVA-Ressorts „Kinder- und Neuroophthalmologie“ Prof. Klaus Rüther. „Werden Sehfehler wie Schielen nicht frühzeitig entdeckt, können daraus schwerwiegende Folgen entstehen, die zu einem späteren Zeitpunkt meist nur noch schwer, oft jedoch gar nicht mehr behandelbar sind“, warnte Rüther. Dass sich Orthoptistinnen im Rahmen einer Heilpraktikerlizenz seit dem vergangenen Jahr in Sachsen niederlassen können, beobachtet der Verband mit Sorge und hat sich im Februar dieses Jahres mit einer entsprechenden Pressemitteilung geäußert. Diese Entwicklung wird aus Sicht des BVA eindeutig nicht zu einer entscheidenden Verbesserung der Gesamtsituation beitragen. „Die wichtige Versorgung der Kinder muss qualitativ hochwertig durch die Erbringung in augenfachärztlichen Praxen erfolgen und durch eine adäquate Honorierung gestärkt werden“, fasste Rüther zusammen. Raum für Feierlichkeiten: 75 Jahre BVA Das sich dem Ende neigende Jahr 2025 stand für den BVA gänzlich im Zeichen des 75-jährigen Verbandsjubiläums. Seit 75 Jahren setzt sich der Verband für die augenärztlichen berufsständigen Interessen ein. „Die ärztliche Selbstverwaltung ist elementar für unsere Berufsausübung und unsere eigene Interessensvertretung“, betonte der erste BVA-Vorsitzender Daniel Pleger. „Dass wir als Verband bereits seit so vielen Jahren bestehen, ist ein Grund zu feiern und zurückzublicken. Doch es ist ebenso ein Grund, sich weiterhin und unmissverständlich in unruhigen gesundheitspolitischen Zeiten für die Belange unseres Berufsstandes einzusetzen.“ Prof. Ulrich Wenner, Richter am Bundessozialgericht außer Dienst war als Gastredner zugegen. In seinem Festvortrag nahm er thematisch aktuelle Herausforderungen in der Berufspolitik auf und skizzierte das Spannungsverhältnis, in dem sich die ärztlichen Berufsverbände zwischen staatlicher Regulierung und körperschaftlicher Vorgaben bewegen.
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