BVMed für „Herz-Check 50“ als eigenständige Vorsorgeuntersuchung

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Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) sprach sich am Donnerstag in Berlin bei dem im Koalitionsvertrag vorgesehenen „Nationalen Präventionsplan“ für eine eigenständige Herz-Kreislauf-Vorsorgeuntersuchung ab einem Alter von 50 Jahren aus.

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland und Europa die Todesursache Nummer eins. Wir müssen die Prävention stärken und sollten dafür einen ‚Herz-Check 50‘ einführen. Die Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes bietet hierzu die Chance“, so der stellvertretende BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Manfred W. Elff.

Der BVMed unterstützt damit eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), die Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf die politische Agenda zu setzen. Die DGK forderte unter anderem die Aufnahme einer „Nationalen Strategie für eine leitlinien- und bedarfsgerechte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland“.

„Das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung steigt mit dem Alter erheblich und stellt damit eine wachsende Herausforderung für ein gesundes Altern in Deutschland und Europa dar. Daher ist es Zeit für eine umfassende Herz-Kreislauf-Strategie“, argumentiert Elff.

Neben einer besseren Ausschöpfung der vorhandenen modernen Behandlungsmethoden setzt sich der BVMed vor allem für eine verbesserte Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein. „Wir sind für die Einführung eines geeigneten Früherkennungsprogramms für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hier ist die DGK gefordert, im Sinne einer breiten Durchführbarkeit, ein einfaches und finanzierbares Konzept zu erarbeiten. Der Nutzen von guten Vorsorgeprogrammen ist in verschiedenen Bereichen belegt. Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen können jeden treffen und zur wirksamen Behandlung ist die Früherkennung zentral, denn sie verhindert unter anderem, dass Herzleiden chronisch werden“, so Elff.

Für eine wirkungsvolle „Nationale Herz-Kreislauf-Strategie“ (NHKS) sieht der BVMed vor allem vier Handlungsfelder:

  • Prävention, Früherkennung nachhaltig fördern
  • Versorgung sektorübergreifend und interdisziplinär gestalten
  • Kardiologische Forschung und Innovationen fördern und digitale Anwendungen nutzen
  • Patientinnen und Patienten leitlinien- und bedarfsgerecht versorgen und sachgerecht informieren

„Wir müssen insgesamt als Gesellschaft und politische Entscheider chronische Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen strategischer und ganzheitlicher angehen“, appelliert Elff. Der Nationale Präventionsplan böte hierzu eine gute Chance.