C3-Glomerulopathie: Wirkstoff kann signifikante Reduktion der Proteinurie erzielen

Foto: © mi_viri/stock.adobe.com

Der Wirkstoff Pegcetacoplan führte in einer internationalen Studie bei Patienten mit C3-Glomerulopathie (C3G) oder primärer Immunkomplex-membranoproliferativer Glomerulonephritis (MPGN) zu einer signifikanten Reduktion der Proteinurie.

Die C3G und die MPGN führen in der Regel zu glomerulären C3-Ablagerungen und irreversiblen Nierenschäden. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Pegcetacoplan, einem C3- und C3b-Inhibitor, bei Patienten mit C3G oder primärer Immunkomplex-MPGN sind jedoch unklar, erklärt ein internationales Forscherteam um Erstautor Fadi Fakhouri von der University of Lausanne (Schweiz).

Die Forscher führten eine doppelblinde, placebo-kontrollierte Phase-III-Studie mit Jugendlichen und Erwachsenen mit C3G oder MPGN durch, darunter Patienten mit nativer Nierenerkrankung und Patienten mit Krankheitsrezidiv nach Transplantation. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert der Pegcetacoplan- oder der Placebo-Gruppe zugeteilt. Der primäre Endpunkt war das logarithmierte Verhältnis des Protein-Kreatinin-Quotienten im Urin in Woche 26 im Vergleich zum Ausgangswert. Insgesamt wurden 124 Patienten randomisiert.

Die neuen Forschungsergebnisse sind in der Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Warten auf Langzeitergebnisse

Die Veränderung der Proteinurie (gemessen als logarithmiertes Verhältnis des Protein-Kreatinin-Quotienten im Urin zum Ausgangswert) war unter Pegcetacoplan signifikant größer als unter Placebo. Der Unterschied entspricht einer relativen Reduktion von 68,1 Prozent im Vergleich zu Placebo. In einer hierarchischen Prüfung von fünf sekundären Endpunkten erreichten signifikant höhere Prozentsätze von Patienten in der Pegcetacoplan-Gruppe als in der Placebo-Gruppe die Kriterien für den kombinierten renalen Endpunkt (Stabilisierung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate [eGFR] und mindestens 50 Prozent Reduktion des Protein-Kreatinin-Quotienten im Urin) und wiesen eine Reduktion des Protein-Kreatinin-Quotienten um mindestens 50 Prozent auf.

Bei 69 Patienten mit auswertbaren Nierenbiopsieproben unterschied sich die Veränderung des Aktivitäts-Scores des histologischen C3G-Index nicht signifikant zwischen den beiden Gruppen. Nachfolgende Endpunkte (Abnahme der C3-Färbung und Veränderung der eGFR) wurden nicht formal untersucht. Pegcetacoplan war nicht mit mehr unerwünschten Ereignissen als Placebo assoziiert. Es traten keine schwerwiegenden Infektionen durch bekapselte Bakterien auf. Ein Patient, der Pegcetacoplan erhielt, verstarb an einer durch COVID-19 verursachten Lungenentzündung. Es kam zu keiner Transplantatabstoßung oder -verlust.

„Wir müssen die Langzeitergebnisse für diese Patienten noch beobachten, aber die Daten aus dieser Studie sind absolut erstaunlich“, kommentiert Studienleiterin Carla M. Nester abschließend die Studienergebnisse.

(ri/BIERMANN)