Cadmiumspiegel im Urin scheint mit Endometriose verbunden zu sein16. August 2023 Kristen Upson, Assistenzprofessorin in der Abteilung Epidemiologie und Biostatistik am MSU College of Human Medicine. © Thomas van ‘t Erve Laut einer Studie der Michigan State University, die darauf hindeutet, dass das giftige Metall mit der Entwicklung von Endometriose in Zusammenhang stehen könnte, wiesen Frauen mit Endometriose höhere Cadmiumkonzentrationen im Urin auf als Frauen ohne diese Erkrankung. „Trotz der negativen Auswirkungen der Endometriose auf die Lebensqualität bleibt sie eine wenig erforschte Erkrankung“, sagte Kristen Upson, Assistenzprofessorin in der Abteilung für Epidemiologie und Biostatistik am Michigan State University (MSU) College of Human Medicine (USA) und leitende Autorin der Studie. „Indem wir Umweltrisikofaktoren wie Cadmium betrachten, kommen wir dem Verständnis der Risikofaktoren für diese Erkrankung näher“, fügte die Erstautorin der Studie, Mandy Hall, Datenanalystin in der Abteilung für Epidemiologie und Biostatistik der MSU, hinzu. Cadmium ist ein giftiges Metall und ein „Metallöstrogen“, was bedeutet, dass es wie das Hormon Östrogen wirken kann. In den USA sind Menschen häufig durch das Einatmen von Zigarettenrauch und den Verzehr kontaminierter Lebensmittel wie Spinat und Salat Cadmium ausgesetzt. Obwohl dies nicht die erste Studie ist, die einen möglichen Zusammenhang zwischen Cadmium und Endometriose untersucht, handelt es sich laut den Forschern um die umfangreichste Studie, die sich mit im Urin gemessenem Cadmium befasst, das eine Langzeitexposition zwischen 10 und 30 Jahren widerspiegelt. Für ihre Studie verwendeten die Forscher Daten aus der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), einer landesweiten Studie, die zwischen 1999 und 2006 repräsentativ für die US-Bevölkerung war. Von den mehr als 41.000 Teilnehmerinnn der Umfrage beschränkten die Forscher ihre Studienpopulation auf 20 bis 54 Jährige mit Informationen über eine Endometriose-Diagnose. Anschließend analysierten die Wissenschaftler die Daten und teilten die Cadmiumwerte in vier Klassen oder Quartile ein, wobei das erste Quartil die niedrigste Belastung und das vierte die höchste Belastung darstellte. Es stellte sich heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass bei Teilnehmerinnn im zweiten und dritten Quartil eine Endometriose diagnostiziert wurde, doppelt so hoch war wie bei Teilnehmern im ersten Quartil. Die Daten deuten basierend auf den Cadmiumkonzentrationen im Urin im vierten Quartil, auch auf eine um 60 % erhöhte Prävalenz von Endometriose hin. „Die Ergebnisse sind interessant, da Cadmium wie das Hormon Östrogen wirken kann und dieses Hormon für die Entstehung von Endometriose von zentraler Bedeutung ist“, sagte Hall. Die Forscher sagen, dass allerdings noch weitere Studien erforderlich sind, um ihre Ergebnisse zu bestätigen. Upson sagte, diese Arbeit sei Teil ihrer umfassenderen Forschung, die sich mit alltäglichen Faktoren befasst, die die Exposition gegenüber toxischen Metallen bei Frauen erhöhen können, sowie mit den Auswirkungen toxischer Metalle auf die gynäkologische Gesundheit. Hall plant nun, Umweltfaktoren in ihre laufende Forschung zur Endometriose und anderen gynäkologischen Erkrankungen einzubeziehen.
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