Cannabisgesetz gefährdet Tabakprävention17. Oktober 2023 Experten befürchten, dass Cannabisrauchen den Einstieg Jugendlicher in den Tabakkonsum fördern könnte. (Foto: © fotoninoze – stock.adobe.com) Der Gesetzentwurf zur Legalisierung von Cannabis steht am 18. Oktober 2023 auf der Tagesordnung des Bundestages. Die in Deutschland am weitesten verbreitete Konsumform des Cannabis, das Rauchen, birgt jedoch Gesundheitsgefahren und konterkariert die Ziele der Tabakprävention. Präventionsexperten fordern daher, geeignete Präventionsmaßnahmen im Gesetz zu verankern. Mehr als 90 Prozent der jugendlichen und rund 80 Prozent der erwachsenen Cannabiskonsumenten in Deutschland rauchen die Droge – entweder pur oder vermischt mit Tabak. Diese Form des Konsums von Cannabis ist auch unter Nichtrauchern verbreitet. Das Rauchen von Cannabis ist aber die schädlichste Form des Cannabisgebrauchs. „Das Rauchen von Cannabis konterkariert das Ziel, Deutschland bis 2040 tabakfrei zu machen, wie es der Europäische Plan gegen den Krebs erfordert – und wie es mehr als 50 medizinische und zivilgesellschaftliche Organisationen fordern“, sagte Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Rauchen kostet in Deutschland jedes Jahr rund 127.000 Menschen das Leben. „Diese Problematik muss dringend Eingang in die im Gesetz verankerten Präventionsmaßnahmen finden“, forderte Katrin Schaller, kommissarische Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum. „Die Maßnahmen zur Prävention werden jedoch im vorliegenden Entwurf des Cannabisgesetzes nicht ausreichend festgelegt. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf das Risiko, dass Cannabisrauchen den Einstieg Jugendlicher in den Tabakkonsum fördern könnte.“ Zum Schutz der Jugend und um das Rauchen in der Bevölkerung nicht zu fördern, müsse das Cannabisgesetz dem Rauchen von Cannabis durch geeignete Maßnahmen entgegenwirken, fordern die Experten. Dazu gehöre, dass zumindest vom Rauchen des Cannabis dringend abgeraten wird. Auch wenn es derzeit keine anerkannt sichere Form des Cannabiskonsums gebe, scheint die Verwendung medizinischer Inhalatoren nach derzeitigem Kenntnisstand weniger schädlich. Notwendig sind den Experten zufolge außerdem Präventionsmaßnahmen, die den Einstieg in den Cannabiskonsum verhindern und den Ausstieg fördern. „Diese Maßnahmen müssen auch die Gefahren des Cannabisrauchens thematisieren“, heißt es in einer Pressemitteilung des DKFZ. Zudem fordern Experten, die Forschung zu den Gesundheitsgefahren des Cannabisrauchens (mit und ohne Tabak) zu intensivieren sowie die Entwicklung des Cannabiskonsums und der Konsumarten kontinuierlich zu beobachten, mit besonderem Fokus auf Jugendliche und junge Erwachsene
Mehr erfahren zu: "Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten" Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten Die große Mehrheit der deutschen Krankenhäuser ist in finanziell prekärer Lage. Die Einsparungen der Bundesregierung werden die Not einer Umfrage unter Klinikchefs zufolge noch vergrößern.
Mehr erfahren zu: "Mehr Bildung verringert das Demenzrisiko Jahrzehnte später" Mehr Bildung verringert das Demenzrisiko Jahrzehnte später Eine britische Schulreform aus dem Jahr 1972 scheint Jahrzehnte später zu weniger Demenzdiagnosen geführt zu haben. Eine Studie deutet darauf hin, dass mehr Bildung das Demenzrisiko senken könnte, selbst bei […]
Mehr erfahren zu: "Einweg-Vapes sind die beliebtesten Nikotin-Produkte bei Jugendlichen" Einweg-Vapes sind die beliebtesten Nikotin-Produkte bei Jugendlichen Bei Schülerinnen und Schülern in Deutschland sind Einweg-E-Zigaretten die am meisten konsumierten Nikotin-Produkte. Eine Krankenkasse fordert, mehr gegen die Attraktivität der Vapes zu tun.