Carl-Wilhelm-Scheele Preis für Dr. Daniel Fleischmann27. Oktober 2021 Dr. Daniel Fleischmann wurde für seine Entwicklung von Strategien zur Behandlung der diabetischen Nephropathie mit dem Carl-Wilhelm-Scheele Preis ausgezeichnet. Foto: Universität Regensburg Dr. Daniel Fleischmann aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Achim Göpferich vom Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie der Universität Regensburg wurde für seine Entwicklung von Strategien zur Behandlung der diabetischen Nephropathie mit dem Carl-Wilhelm-Scheele Preis 2021 der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft (DPhG) für die beste Promotionsarbeit (Originaltitel: „Virus-Mimetic Nanoparticles for the Therapy of Mesangial Cells in Diabetic Nephropathy“) im Fach Pharmazie ausgezeichnet. Für die Erkrankung, die mehr als die Hälfte aller Diabetiker und damit weltweit mehr als 200 Millionen Menschen mit einem totalen Nierenversagen bedroht, gibt es derzeit keine Therapie. Grund dafür ist die ungenügende Verteilung von Arzneistoffen, in das Mesangium, dem Gewebe der Niere, das für die Entwicklung der diabetischen Nephropathie die entscheidende Rolle spielt. Um das Problem zu lösen hat Dr. Fleischmann einen Nanotransporter entwickelt, mit dem sich vielversprechende Arzneistoffe gezielt in die Zellen des Mesangiums einschleusen lassen. Dazu hat er die Oberflächen von Nanoteilchen so „programmiert“, dass sie wie Viren in der Lage sind, Zelloberflächen abzutasten, um damit die Identität von Zellen zu ermitteln. Seine Adenovirus-mimetischen Nanopartikel sind in Zellgemischen in der Lage, Mesangialzellen hochselektiv zu erkennen und exklusiv von diesen aufgenommen zu werden. In vivo kommt es zur massiven Anreicherung der Partikel in den Mesangialzellen der Niere, was mit gewöhnlichen Nanomaterialien nicht möglich ist. Damit gelang es Dr. Fleischmann einen hocheffizienten Transporter für vielversprechende Arzneistoffe zu entwickeln, die das Mesangium aus eigener Kraft nicht erreichen. Erste Versuche mit arzneistoffbeladenen Nanopartikeln zeigten in Zellkultur eine z.T. 10-fach höhere Effektivität in Mesangialzellen gegenüber dem reinen Arzneistoff. Damit hat Dr. Fleischmann die Grundlage für zukünftige Arbeiten ge¬legt, mit denen die Arbeitsgruppe von Prof. Göpferich in Kooperation mit Prof. Schlossmann (Pharmakologie, Institut für Pharmazie), Prof. Schweda (Physiologie, Vorklinik), Prof. Witzgall (Anatomie, Vorklinik) und Prof. Bäumner (Analytische Chemie) ein Therapeutikum für die Behandlung der diabetischen Nephropathie entwickeln wird. Die interdisziplinären Arbeiten sind insgesamt wegweisend. Sie zeigen zum ersten Mal, wie sich vi¬rale Strategien der Zellerkennung für die Entwicklung einer neuen Generation von Nanotherapeutika eignen, mit denen sich eklatante Lücken in der Arzneistofftherapie von Erkrankungen schließen lassen.
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