Carotisstenose: Stent und Operation schützen vergleichbar vor Hirnschlag8. Februar 2019 Rund 30.000 Menschen erleiden jährlich einen Schlaganfall aufgrund einer Verengung oder eines Verschlusses der inneren Halsschlagader. (Foto: © crevis – Fotolia.com) Bei einer verengten Halsschlagader steigt das Risiko eines Hirnschlags. Zur Vorbeugung kann das verengte Gefäß entweder chirurgisch erweitert oder mit einem Stent ausgedehnt werden. Eine neue Studie zeigt, dass der Schutz vor einem Hirnschlag beider Methoden in den zehn Jahren nach dem Eingriff vergleichbar ist. Eine Verengung der Halsschlagader lässt sich heute auf zwei Arten behandeln: Bei der Endarterektomie werden die Ablagerungen der Arteriosklerose chirurgisch beseitigt. Alternativ wird mithilfe eines Katheters ein röhrchenförmiger Stent eingeführt, der das Gefäß offenhält. Unklar war bislang, ob die Stent-Behandlung langfristig ebenso gut vor einem späteren Hirnschlag schützt wie die Operation. Eine internationale Forschungsgruppe um Prof. Leo Bonati von der Universität Basel und der Neurologischen Klinik des Universitätsspitals Basel hat dazu nun Daten aus vier randomisierten Studien analysiert. Die Untersuchung schloss mehr als 4700 Patienten mit Verengungen der Halsschlagader ein, die bereits einen Hirnschlag oder eine Streifung erlitten hatten und entweder mit Stent oder mit Endarterektomie behandelt wurden. Geringes Risiko bei beiden Methoden Die Ergebnisse zeigen, dass in den zehn Jahren nach dem Eingriff bei beiden Verfahren das Risiko eines erneuten Hirnschlags sehr gering war. Dieses Risiko betrug weniger als ein Prozent pro Jahr und unterschied sich nicht zwischen Endarterektomie und Stent. “Bei beiden Therapien können die allermeisten Patientinnen und Patienten erwarten, in den nächsten zehn Jahren von einem Hirnschlag verschont zu bleiben”, sagte Bonati. Die Stentbehandlung war jedoch im Vergleich zur chirurgischen Behandlung mit einem um rund drei Prozent erhöhten Hirnschlagrisiko während des Eingriffs verbunden. Jedoch ist dieses Risiko stark altersabhängig und liegt bei jüngeren Patienten nicht höher als bei der Endarterektomie. Dieser Alterseffekt blieb über die gesamte Beobachtungszeit bestehen. Die Implantation eines Stents stellt deshalb besonders für Patienten unter 65 Jahren eine Alternative zur Endarterektomie dar. Originalpublikation: Brott T.G. et al.: Long-term outcomes of stenting and endarterectomy for symptomatic carotid stenosis: a preplanned pooled analysis of individual patient data. The Lancet Neurology, 6. Februar 2019
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