Chirurgisch induzierte Menopause verstärkt das Genitourinäre Syndrom der Menopause

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Eine neue Studie deutet darauf hin, dass der durch einen chirurgischen Eingriff bedingte plötzliche Östrogenentzug das Risiko für den Phänotyp des Genitourinären Syndroms der Menopause erhöht – einschließlich sowohl urogenitaler Symptome als auch klinischer Untersuchungsbefunde.

Die Menopause geht mit einer Reihe sexueller und urologischer Beschwerden einher, wobei nicht alle Frauen dieselben Symptome oder denselben Schweregrad erleben. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass viele dieser Anzeichen und Symptome bei Frauen, die eine chirurgisch herbeigeführte Menopause durchlaufen, stärker ausgeprägt sind als bei Frauen mit natürlicher Menopause. Die Ergebnisse der Studie wurden online in „Menopause“, der Fachzeitschrift der Menopause Society, veröffentlicht.

Eine chirurgisch induzierte Menopause tritt ein, wenn beide Eierstöcke entfernt werden, was einen sofortigen und starken Abfall des Hormonspiegels zur Folge hat. Eine neue Studie mit mehr als 400 postmenopausalen Frauen untersuchte, ob sich die klinischen Befunde und Symptome bei chirurgischer Menopause von denen bei natürlicher Menopause unterscheiden. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Anzeichen und Symptomen des Genitourinären Syndroms der Menopause (GSM).

GSM ist ein chronisches, multifaktorielles Krankheitsbild, das durch Veränderungen im unteren Harntrakt und im Genitalgewebe infolge des postmenopausalen Östrogenmangels entsteht. Die berichtete Prävalenz von GSM liegt zwischen 27 Prozent und 84 Prozent. Obwohl die Erkrankung die Lebensqualität postmenopausaler Frauen erheblich beeinträchtigt, wird sie im Praxisalltag häufig übersehen.

Genitourinäres Syndrom häufiger und schwerer ausgeprägt

Bislang gibt es nur wenige Studien, die das GSM bei Frauen mit chirurgischer Menopause mit dem bei natürlicher Menopause vergleichen. In der aktuellen Studie stellten die Forschenden einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von GSM-Symptomen und der Art der Menopause fest: Symptome traten in der Gruppe mit chirurgischer Menopause häufiger auf als in der Gruppe mit natürlicher Menopause. Zu den am häufigsten betroffenen Symptomen zählen Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und beim Wasserlassen, vermindertes sexuelles Verlangen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr sowie häufiger Harndrang. Zudem fielen die klinischen GSM-Scores bei Frauen mit chirurgischer Menopause höher aus.

Frühe Diagnostik und Erhalt der Eierstöcke im Fokus

Angesichts der erheblichen Auswirkungen solcher Symptome auf die Lebensqualität ist ein frühzeitiges Eingreifen wichtig; die Forschenden empfehlen daher, dass medizinisches Fachpersonal Patientinnen in der Lebensmitte regelmäßiger gezielt nach diesen Symptomen befragt. Die Ergebnisse stützen zudem die zunehmende Tendenz, bei einer Hysterektomie die Eierstöcke zu erhalten, sofern dies klinisch vertretbar ist. „Angesichts der Häufigkeit von GSM bei Frauen in den Wechseljahren und der Tatsache, dass diese Erkrankung häufig nicht ausreichend behandelt wird, sollten Ärzte, die Frauen in der Lebensmitte betreuen, GSM generell proaktiver diagnostizieren und behandeln. Bei Frauen mit chirurgisch herbeigeführten Wechseljahren ist dies möglicherweise noch wichtiger und sollte eine frühzeitige Abklärung und Behandlung der Symptome veranlassen“, ordnet Dr. Stephanie Faubion, medizinische Direktorin der Menopause Society, die Ergebnisse ein.

(lj/BIERMANN)