Injizierbares Semaglutid könnte die Fruchtbarkeit bei Frauen mit PMOS verbessern19. Juni 2026 Symbolbild © Someone Cooked Here/stock.adobe.com Ein in der Fachzeitschrift „Fertility and Sterility“ veröffentlichter Bericht hebt potenzielle Vorteile von Semaglutid für die Fruchtbarkeit – zusätzlich zur Gewichtsabnahme – bei Frauen mit polyendokrinem metabolischem Ovarialsyndrom (PMOS) hervor. Forschende der University of Colorado Anschutz (CU Anschutz, USA) haben eine Proof-of-Concept-Studie veröffentlicht, die zeigt, dass injizierbares Semaglutid Frauen mit polyendokrinem metabolischem Ovarialsyndrom (PMOS) – früher bekannt als polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) – signifikante Vorteile für die reproduktive Gesundheit bieten könnte. PMOS ist eine komplexe endokrine und metabolische Störung, die durch unregelmäßige Menstruationszyklen, erhöhte Testosteronspiegel, ein Risiko für Unfruchtbarkeit sowie eine erhöhte Rate an Adipositas und kardiometabolischen Erkrankungen gekennzeichnet ist. Bestehende Therapien wie Metformin und hormonelle Verhütungsmittel können die reproduktiven und metabolischen Komplikationen oft nicht gleichzeitig und angemessen behandeln. Der Bericht ist der erste, der untersucht, wie injizierbares Semaglutid die reproduktiven Ergebnisse bei Frauen mit PMOS verbessern und gleichzeitig Adipositas sowie metabolische Funktionsstörungen angehen kann. Die Forschenden werteten Daten von Teilnehmerinnen der laufenden, von der CU Anschutz geleiteten klinischen Studie RESTORE aus. Diese untersucht die Rolle von Semaglutid bei der Wiederherstellung des Eisprungs und der Verbesserung der reproduktiven Gesundheit von Jugendlichen und Erwachsenen mit PMOS. Effekt bei einem Gewichtsverlust von mindestens zehn Prozent „Frauen mit PMOS stehen oft vor der frustrierenden Wahl zwischen Behandlungen, die auf reproduktive Symptome abzielen, und solchen, die die metabolische Gesundheit adressieren“, berichtet Erstautorin Prof. Melanie Cree. „Unsere ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass injizierbares Semaglutid das Potenzial hat, beides zu verbessern und somit einen umfassenderen Behandlungsansatz zu bieten. Das Medikament ist äußerst vielversprechend, wenn die Patientin mit einem Gewichtsverlust von zehn Prozent darauf anspricht.“ Die Proof-of-Concept-Analyse konzentrierte sich auf eine Untergruppe von Teilnehmerinnen im Alter von 12 bis 35 Jahren, die während der Behandlung einen Gewichtsverlust von mindestens zehn Prozent erzielten. Nach Angaben der Forschenden traten Verbesserungen der reproduktiven Gesundheit bereits früher als erwartet ein, was das Team dazu veranlasste, die vorläufigen Ergebnisse zu veröffentlichen, während die umfassendere Studie noch läuft. „Besonders wichtig an dieser Arbeit ist, dass sie sich gezielt auf Frauen mit PMOS konzentriert, die injizierbares Semaglutid erhalten“, erklärt Cree. „Obwohl GLP-1-Medikamente die Behandlung von Adipositas revolutioniert haben, besteht weiterhin ein erheblicher Bedarf an fundierten Daten darüber, wie sich diese Therapien auf die Fruchtbarkeit und die reproduktive Funktion in dieser Patientengruppe auswirken.“ Die RESTORE-Studie Die RESTORE-Studie untersucht derzeit die Behandlung mit Semaglutid bei Mädchen und Frauen mit PMOS und Adipositas. Das übergeordnete Ziel ist es festzustellen, ob Gewichtsverlust und metabolische Verbesserungen den Eisprung wiederherstellen und die reproduktiven Ergebnisse optimieren können. Die Studie nimmt weiterhin Teilnehmerinnen auf und begleitet diese im weiteren Verlauf. Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich bei der vorliegenden Publikation um eine erste „Proof-of-Concept“-Analyse handelt und dass umfangreichere, längerfristige Studien erforderlich sind, um die Dauerhaftigkeit der beobachteten reproduktiven Vorteile zu bestätigen. Die Ergebnisse liefern jedoch vielversprechende Hinweise darauf, dass injizierbares Semaglutid eine vielversprechende Therapieoption für Frauen mit PMOS darstellen könnte, die eine Verbesserung sowohl ihrer metabolischen als auch ihrer reproduktiven Gesundheit anstreben. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Aus PCOS wird PMOS: Häufige Hormonstörung bekommt neuen Namen
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