Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure könnte hitzebedingtes Frühgeburtsrisiko senken

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Steigende Umgebungstemperaturen erhöhen das Risiko für Frühgeburten. Die Sekundäranalyse einer randomisierten Studie deutet darauf hin, dass niedrig dosierte Acetylsalicylsäure das hitzebedingte Frühgeburtsrisiko abschwächen könnte.

Die zunehmende Hitzebelastung gilt als Risikofaktor für Frühgeburten. Skalierbare Maßnahmen, um die gesundheitlichen Folgen hoher Temperaturen während der Schwangerschaft zu verringern, werden daher dringend benötigt. Eine Sekundäranalyse der internationalen ASPIRIN-Studie untersuchte nun, ob eine niedrig dosierte Acetylsalicylsäure-(ASS)-Therapie den Zusammenhang zwischen Hitzeexposition und Frühgeburten beeinflusst.

Zusammenhang zwischen Hitzebelastung und Frühgeburt untersucht

Die Analyse basiert auf der randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten ASPIRIN-Studie (Aspirin Supplementation for Pregnancy Indicated Risk Reduction in Nulliparas), die zwischen 2016 und 2018 in der Demokratischen Republik Kongo, Sambia, Kenia, Guatemala, Pakistan sowie an zwei Studienzentren in Indien durchgeführt wurde.

Eingeschlossen wurden 11.558 Erstgebärende zwischen der 6. und 13. Schwangerschaftswoche. 5.787 Teilnehmerinnen wurden einer Behandlung mit niedrig dosierter ASS und 5.771 einem Placebo zugeteilt. Die tägliche maximale feuchte Hitzebelastung wurde standortspezifisch über den gesamten Schwangerschaftsverlauf sowie nach Schwangerschaftswochen erfasst. Primärer Endpunkt war eine sonografisch bestätigte Frühgeburt zwischen der 20. und vor der 37. Schwangerschaftswoche.

ASS schwächte Zusammenhang zwischen Hitze und Frühgeburt ab

Insgesamt traten Frühgeburten bei 754 Frauen der Placebogruppe (13,1 %) und bei 668 Frauen der ASS-Gruppe (11,6 %) auf. Über alle Teilnehmerinnen hinweg war ein Anstieg der mittleren täglichen maximalen Feuchthitzebelastung um 1 °C während der Schwangerschaft mit einer um fünf Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt assoziiert (adjustierte Odds Ratio [aOR] 1,05; 95%-KI 1,01–1,10).

In den nach Behandlungsgruppe getrennten Analysen zeigte sich dieser Zusammenhang jedoch nur in der Placebogruppe (aOR 1,07; 95%-KI 1,02–1,13), nicht jedoch bei Frauen, die ASS erhalten hatten (aOR 1,03; 95%-KI 0,97–1,10).

Weitere Analysen ergaben, dass eine hohe Hitzebelastung – definiert als eine tägliche maximale Feuchthitzebelastung oberhalb des standortspezifischen 75. Perzentils – 17 bis 19 Wochen vor der Entbindung mit einem erhöhten Frühgeburtsrisiko assoziiert war. Dieser Zusammenhang wurde ausschließlich bei Frauen unter Placebo beobachtet und nicht bei den mit ASS behandelten Teilnehmerinnen.

Zusammenhang mit perinataler Mortalität bedarf weiterer Untersuchung

Im Gegensatz dazu zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Hitzeexposition und perinataler Mortalität ausschließlich in der ASS-Gruppe (aOR 1,15; 95%-KI 1,05–1,26), nicht jedoch in der Placebogruppe (aOR 1,03; 95%-KI 0,96–1,11).

Die Autoren schlussfolgern, dass eine früh in der Schwangerschaft begonnene niedrig dosierte ASS-Therapie bei Erstgebärenden die Auswirkungen von Hitze auf das Frühgeburtsrisiko abschwächen könnte. Angesichts der weltweit zunehmenden Hitzebelastung seien jedoch weitere Studien erforderlich, um die Wirksamkeit in anderen Populationen sowie die Sicherheit im Hinblick auf die perinatale Mortalität zu untersuchen.

(lj/BIERMANN)

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