Vorzeitige Menopause ist ein Risikofaktor für Bluthochdruck

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Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause kommen, haben ein deutlich höheres Risiko für Bluthochdruck als Frauen, bei denen die Menopause erst nach dem 45. Lebensjahr eintritt. Das Risiko war bei Frauen am höchsten, die bereits im Alter zwischen 25 und 35 Jahren vorzeitig in die Menopause kamen.

Es ist bekannt, dass hormonelle Veränderungen während der Wechseljahre das allgemeine Krankheitsrisiko von Frauen beeinflussen; so wurde ein früherer Eintritt der Menopause bereits mit einer höheren Häufigkeit von koronaren Herzkrankheiten und Schlaganfällen in Verbindung gebracht. Die Belege für einen direkten Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Menopause und Bluthochdruck waren jedoch bislang uneinheitlich: Während einige frühere Metaanalysen einen solchen Zusammenhang feststellten, fanden andere keinen.

Eine wesentliche Herausforderung bestand darin, die direkten hormonellen Auswirkungen der Menopause von indirekten Effekten zu unterscheiden, die durch Gewichtszunahme, Stoffwechselveränderungen und andere kardiovaskuläre Risikofaktoren bedingt sind, welche häufig mit den Wechseljahren einhergehen.

Studie untersuchte über 107.000 Frauen

Um diese Wissenslücke zu schließen, analysierten Forschende Daten von 107.836 postmenopausalen Frauen, die zwischen 2006 und 2010 in die UK Biobank aufgenommen worden waren, und beobachteten sie über einen medianen Zeitraum von fast 15 Jahren bis Ende 2023. Die Studie klassifizierte die Frauen nach dem Alter bei Eintritt der Menopause – normal (nach dem 45. Lebensjahr), früh (zwischen 40 und 45 Jahren) und vorzeitig (vor dem 40. Lebensjahr) – sowie nach der Art der Menopause (natürlich oder chirurgisch bedingt) und erfasste im Verlauf der Zeit neu diagnostizierte Fälle von Bluthochdruck.

Im Beobachtungszeitraum wurde bei 18.508 Frauen (17,2 %) Bluthochdruck diagnostiziert. Das Risiko stieg mit sinkendem Alter bei Eintritt der Menopause kontinuierlich an: 16,6 Prozent der Frauen mit normalem Menopause-Alter entwickelten Bluthochdruck, verglichen mit 18,8 Prozent der Frauen mit früher Menopause und 22,6 Prozent der Frauen mit vorzeitiger Menopause. Nach Berücksichtigung von mehr als 50 Variablen – darunter Gewicht, Lebensstil, Familienanamnese und Laborwerte – wiesen Frauen mit vorzeitiger Menopause ein um 12,3 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck auf als Frauen, deren Menopause erst nach dem 45. Lebensjahr eintrat.

Eine weitere Analyse, bei der das Alter bei Eintritt der Menopause als kontinuierliche Variable betrachtet wurde, ergab, dass das Risiko seinen Höhepunkt nicht an der üblichen Schwelle für vorzeitige Menopause (40 Jahre) erreicht, sondern im Alter zwischen 25 und 35 Jahren. Dies deutet darauf hin, dass das mit vorzeitiger Menopause verbundene kardiovaskuläre Risiko möglicherweise vor allem eine noch jüngere Gruppe von Frauen betrifft als bisher angenommen. In ersten Analysen war eine chirurgisch herbeigeführte Menopause mit höheren Bluthochdruckraten assoziiert; dieser Zusammenhang bestätigte sich jedoch nicht, nachdem andere Risikofaktoren berücksichtigt wurden. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Menopause“ veröffentlicht.

Frühe Prävention bei vorzeitiger Menopause empfohlen

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse empfehlen die Studienautoren, das Alter bei Eintritt der Menopause als eigenständigen kardiovaskulären Risikofaktor zu betrachten, insbesondere bei Frauen, die die Menopause vor dem 40. Lebensjahr erreichen. Neben einer individuellen Beratung zur Hormontherapie weisen sie darauf hin, dass eine frühzeitige Erkennung und Behandlung von Bluthochdruck dazu beitragen kann, das langfristige kardiovaskuläre Risiko in dieser Gruppe von Frauen zu senken.

„Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die potenziellen langfristigen gesundheitlichen Risiken, die mit einer vorzeitigen Menopause einhergehen, und insbesondere die Notwendigkeit, regelmäßig auf kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Bluthochdruck zu untersuchen. Zudem wird Frauen mit vorzeitiger Menopause routinemäßig eine Hormontherapie empfohlen – zumindest bis zum natürlichen Menopausealter, sofern keine Kontraindikationen vorliegen“, erklärt Dr. Stephanie Faubion, medizinische Leiterin der „The Menopause Society“.

(lj/BIERMANN)

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