Chronisch-entzündliche Darmerkrankung: Nachweis von Eisenmangel mit Hepcidin10. Januar 2024 © Daenin – stock.adobe.com (Symbolbild) Eisenmangel (ID) ist ein Problem bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und durch niedrige Eisenspeicher gekennzeichnet, die eine Anämie auslösen können. Chronischer Blutverlust im Darm, schlechte Eisenaufnahme, entzündungsvermittelte systemische Eisenrestriktion und Myelosuppression prädisponieren CED-Patienten für Anämie, absolute ID und funktionelle ID. Der Goldstandard für die ID-Diagnose ist die Eisenfärbung von Knochenmarkaspiraten: ein invasives und arbeitsintensives Verfahren, das selten durchgeführt wird. Daher wird ID routinemäßig anhand systemischer Biomarker wie Ferritin oder Transferrin beurteilt. Hepcidin, ein systemischer Eisenregulator, könnte ein neuer potenzieller Biomarker für die Unterscheidung zwischen absoluter und funktioneller ID sein. Es moduliert die enterale Eisenabsorption und die systemische Eisenverfügbarkeit. In aktuellen Arbeiten bewerteten Forschende Hepcidin als diagnostischen ID-Marker und untersuchten die Beziehung zwischen Hepcidin und seinen Regulatoren bei CED-Patienten, die sich einer Induktionstherapie mit Infliximab (n=71) oder Vedolizumab (n=51) unterzogen. Serumproben zu Beginn und nach 6 Wochen Induktionstherapie wurden auf Hepcidin, Entzündungs- und Hypoxie-assoziierte Zytokine sowie oxidativen Stress untersucht. Die Daten wurden anhand des Ansprechens in Woche 14 stratifiziert. Zudem verglichen die Forscher die Ergebnisse mit denen alters- und geschlechtsgleicher gesunden Kontrollpersonen (n=50). Bei Studienbeginn korrelierte Hepcidin positiv mit Ferritin und negativ mit dem Index des löslichen Transferrinrezeptors/logFerritin (p<0,001). ID trat bei 96,7% der Patienten auf, deren Hepcidinspiegel unter dem Median lag. Hepcidin identifizierte ID sehr exakt: der AUC-Wert für Hepcidin betrug 0,89 (95%-KI 0,82–0,95; p<0,001). Insgesamt sprachen 75,4% der Patienten auf die Induktionstherapie an. Entzündungsreaktionen, Hepcidin und Ferritin nahmen deutlich ab, während Transferrin während der Induktionstherapie deutlich anstieg. Diese Veränderungen wurden nur bei solchen Patienten beobachtet, die auf die Therapie ansprachen. Fazit Die Autoren schlussfolgern, dass der Hepcidinspiegel bei CED vorwiegend durch den ID bestimmt wird, selbst in einem entzündlichen Zustand. Zudem kann die Induktionstherapie den Hepcidinspiegel senken, was zu einer besseren Bioverfügbarkeit von Eisenpräparaten führt. Daher eignet sich Hepcidin als diagnostischer ID-Biomarker. (je) Autoren: Loveikyte R et al. Korrespondenz: Roberta Loveikyte; [email protected] Studie: Hepcidin and Iron Status in Patients With Inflammatory Bowel Disease Undergoing Induction Therapy With Vedolizumab or Infliximab Quelle: Inflamm Bowel Dis 2023;29(8):1272–1284. Web: https://doi.org/10.1093/ibd/izad010
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