Chronische Nierenkrankheit: Erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse durch Absetzen von Antidiabetika19. September 2025 Foto: © KMPZZZ/stock.adobe.com Es ist bekannt, dass bei Patienten mit Chronischer Nierenkrankheit (CKD), die eine Therapie mit Natrium-Glukose-Cotransporter-2-(SGLT2)-Hemmern oder Glucagon-like Peptide-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1 RAs) erhalten, die Behandlung häufig abgebrochen wird. Wie sich das aber auf die Behandlungsergebnisse auswirkt, ist noch nicht zur Genüge erforscht worden. Nun berichten US-amerikanische Wissenschaftler, dass das Absetzen beider Wirkstoffe zu einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität führt. Für ihre Studie identifizierten die Forschenden Erwachsene mit CKD der Stadien 3–4, die zwischen 2005 und 2022 behandelt wurden. Letztendlich schlossen sie 1.023.479 Personen mit einer Verschreibung für SGLT2-Hemmer (n=96.3459) oder GLP-1-RAs (n=60.020) ein, wobei das Datum der ersten Einnahme als Indexdatum galt. Als Behandlungsabbruch definierten die Experten eine Unterbrechung der Verschreibung des jeweiligen Medikaments für mindestens 90 Tage. Dann bestimmten sie anhand von Cox-Proportional-Hazard-Regressionsmodellen die Faktoren, die mit diesem Therapieabbruch in Verbindung standen. Außerdem analysierten sie die Zusammenhänge von Behandlungsabbrüchen (nach 90-179 und 180 Tagen oder mehr mit Myokardinfarkt, koronarer Revaskularisation, Krankenhausaufenthalt wegen Herzinsuffizienz, ischämischem Schlaganfall und Tod. Therapieabbrüche nach Ethnie, Alter und CKD-Stadium Bei 35.953 (37%) der SGLT2-Hemmer- und 28.407 (47%) der GLP-1-RA-Anwender kam es zu mindestens einem Abbruch. 24 Prozent der Personen, denen man einen SGLT2-Hemmer verschrieben hatte, waren schwarz und 71 Prozent weiß. Ein Anteil von 71 Prozent war mindestens 70 Jahre alt und 84 Prozent hatten ein CKD-Stadium 3a. Der Anteil der schwarzen beziehungsweise weißen Patienten in der Gruppe mit GLP-1-RA-Therapie lag bei 20 beziehungsweise 75 Prozent. In dieser Subgruppe waren 63 Prozent mindestens 70 Jahre alt und 81 Prozent hatten ein CKD-Stadium 3a. Mit dem Absetzen von Medikamenten assoziierte Outcomes Die Studienautoren beobachteten einen Zusammenhang zwischen dem Absetzen beider Medikamentenklassen und afroamerikanischer oder hispanischer Abstammung, zerebrovaskulären Erkrankungen, peripheren Gefäß- und ischämischen Herzerkrankungen. Auch weibliches Geschlecht und ein fortgeschritteneres CKD-Stadium waren mit dem Absetzen von SGLT2-Hemmern assoziiert. Es zeigte sich zudem ein Zusammenhang zwischen einem Therapieabbruch mit einem SGLT2-Hemmer nach 180 Tagen oder länger und Tod (aHR 1,67; 95 %-KI 1,58–1,77) und einer Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz (adjustierte Hazard Ratio [aHR] 1,26; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,13–1,40). Auch das Absetzen von GLP-1-RAs nach 180 Tagen oder mehr war mit Tod (aHR 1,97; 95%-KI 1,87–2,07), Myokardinfarkt (aHR 1,23; 95%-KI 1,11–1,36), Krankenhausaufenthalt wegen Herzinsuffizienz (aHR 1,48; 95%-KI 1,33–1,64) und ischämischem Schlaganfall assoziiert (aHR 1,24; 95%-KI 1,14–1,35). (jh)
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