Chronische Nierenkrankheit: Frauen mit Präeklampsie haben erhöhtes Risiko

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Frauen, die während der Schwangerschaft eine Präeklampsie entwickeln, haben ein höheres Risiko, im späteren Leben Bluthochdruck und eine chronische Nierenerkrankung zu bekommen. Das zeigt eine neue Studie der Universität Aarhus (Dänemark).

Es handelt sich um eine populationsbasierte Kohortenstudie unter Verwendung routinemäßig erhobener Daten auf Individualebene aus medizinischen Datenbanken in Dänemark. Die Forscher untersuchten alle Schwangerschaften ab der 20. Schwangerschaftswoche bei Frauen im Alter von mindestens 15 Jahren. Der untersuchte Zeitraum erstreckte sich von 1998 bis 2019 mit einer Nachbeobachtung bis 2021.

Die Wissenschaftler berechneten die kumulativen Inzidenzen für Hypertonie, Chronische Nierenkrankheit (CKD) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) in Abhängigkeit vom Präeklampsie-Status, einschließlich des Ausmaßes der Proteinurie. Sie verglichen Frauen mit und ohne Präeklampsie. Dabei ermittelten sie adjustierte Risikodifferenzen und Risikoverhältnisse. Es erfolgte eine Adjustierung nach Alter, Rauchstatus, Adipositas, Wohnregion und Jahr.

Unterschiedliche Risikoverhältnisse

Unter 286.078 Schwangeren entwickelten 9538 (3,3 %) eine Präeklampsie, die mit einem erhöhten Risiko für spätere Hypertonie, CKD oder CVD einherging. Bei Frauen mit Präeklampsie, aber ohne oder mit leichter Proteinurie lagen die Zehn-Jahres-Risiken bei 11,9 Prozent für Hypertonie, 1,2 Prozent für CKD und 1,1 Prozent für CVD.

Bei moderater bis schwerer Proteinurie betrugen die Zehn-Jahres-Risiken 16,0 Prozent für Hypertonie, 5,1 Prozent für CKD und 1,2 Prozent für CVD. Hinsichtlich Hypertonie und CVD waren die adjustierten Risikodifferenzen und Risikoverhältnisse über die verschiedenen Proteinurie-Grade hinweg ähnlich, während das CKD-Risiko mit zunehmender Proteinurie anstieg.

Systematischere Nachsorge empfohlen

Das Fazit der Autoren: „Präeklampsie ist mit einem erhöhten langfristigen mütterlichen Risiko für Bluthochdruck, CKD und CVD verbunden. Höhere Proteinurie-Werte korrelieren mit einem höheren Risiko für späteren Bluthochdruck und CKD.“

Auf der Grundlage der Studienergebnisse hält Erstautorin Anne Høy Seemann Vestergaard eine systematischere Nachsorge für Frauen nach der Entbindung für möglicherweise erforderlich. „Unsere Studie legt nahe, dass diese Frauen von einer Überwachung des Blutdrucks und der Nierenfunktion nach der Schwangerschaft profitieren könnten“, betont sie.

(ri/BIERMANN)