Chronische Nierenkrankheit: Schlüsselfaktor für Schäden und deren Reparatur identifiziert24. Oktober 2025 Foto: © fidaolga/stock.adobe.com Forscher der Universität Chiba (Japan) haben in einer aktuellen Studie das Molekül C-C Chemokinligand 5 (CCL5) als Schlüsselfaktor bei Nierenschäden und deren Reparatur identifiziert. CCL5 ist ein Signalmolekül oder Chemokin, das Immunzellen dabei unterstützt, sich zu Entzündungsherden zu bewegen. Frühere Studien lieferten widersprüchliche Ergebnisse über die Wirkung von CCL5. Einige deuteten darauf hin, dass es die Nieren schützt, während andere darauf hinwiesen, dass es Verletzungen verschlimmert, berichten die Autoren. Ziel der neuen Studie war es, die Rolle von CCL5 bei CKD zu klären. Die Studie wurde von Prof. Katsuhiko Asanuma, Prof. Motoko Y. Kimura und Ryo Koyama-Nasu von der Universität Chiba geleitet und in der Fachzeitschrift „JCI Insight“ veröffentlicht. Immunzellen im Fokus Um die Rolle von CCL5 bei CKD zu klären, analysierte das Team Nierengewebe von Patienten mit verschiedenen glomerulären Erkrankungen und von Mäusen mit Adriamycin (ADR)-induzierter Nephropathie. Sowohl bei Menschen als auch bei Mäusen stellten sie fest, dass die CCL5-Werte in geschädigten Glomeruli deutlich höher waren und eng mit Podozyten verknüpft waren. Anschließend führten die Forscher Experimente mit im Labor gezüchteten Podozyten und lebenden Mäusen durch. Im Labor trug die Behandlung der Podozyten mit CCL5 zu ihrem Überleben bei und reduzierte den Zelltod, was auf einen schützenden Effekt hindeutet. Bei den Mäusen, die eine Nierenerkrankung entwickelten, verschlimmerten höhere CCL5-Werte jedoch die Schäden, was zu mehr Proteinaustritt im Urin, stärkerer Vernarbung des Nierengewebes und einem größeren Verlust an Podozyten führte. Die neuen Ergebnisse zeigten also, dass CCL5 zwei verschiedene Wirkungen hat: Es kann Podozyten schützen. Gleichzeitig kann es jedoch die allgemeine Nierenschädigung verschlimmern. Um die Ursache dafür zu verstehen, untersuchte das Team die Rolle von Immunzellen. Als sie Knochenmark von Mäusen ohne CCL5 in normale Mäuse transplantierten, zeigten die Empfänger weniger Nierenschäden. Dies deutete darauf hin, dass das von Immunzellen produzierte CCL5 und nicht die Nierenzellen für die Verschlimmerung der Krankheit verantwortlich waren. Lesen Sie auch: CKD: Aldosteronsynthase-Hemmer kann schwer kontrollierbaren Bluthochdruck senken Weitere Analysen zeigten, dass CCL5 entzündliche M1-Makrophagen förderte und gleichzeitig die Anzahl heilender M2-Makrophagen reduzierte. Mit anderen Worten: Es verschob das Gleichgewicht zugunsten der Entzündung statt der Reparatur. „Die schädlichen Immuneffekte von CCL5 überwiegen seine schützende Rolle in Podozyten und führen zu Proteinurie, Glomerulosklerose und Podozytenverlust“, erklärt Asanuma. Neue Therapiemöglichkeiten Diese Ergebnisse zeigen laut den Autoren einen neuen Ansatz für die Entwicklung zukünftiger Behandlungen für CKD auf. Anstatt Entzündungsprozesse umfassend zu blockieren, sollten Therapien entwickelt werden, die die körpereigenen Reparaturmechanismen unterstützen und gleichzeitig die schädlichen Immunreaktionen, die Nierenschäden verursachen, begrenzen, betonen die Forscher. „Die Erkenntnisse aus der Doppelfunktion von CCL5 könnten die Entwicklung zellspezifischer Medikamente vorantreiben, die die schädlichen Immuneffekte von CCL5 blockieren, ohne seine schützende Wirkung in den Podozyten zu beeinträchtigen. Sollten solche Therapien verfügbar werden, könnten Patienten von einem langsameren Fortschreiten der CKD, weniger Dialyse- oder Transplantationsbedarf und einem besseren Erhalt der Nierenfunktion und Lebensqualität profitieren“, kommentiert Asanuma. (ri/BIERMANN)
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