Chronische Nierenkrankheit: SGLT2-Hemmer können das Progressions-Risiko senken26. Februar 2026 Foto: © mq-illustrations/stock.adobe.com SGLT2-Hemmer können laut einer Metaanalyse australischer Forscher das Risiko der Progression einer Chronischen Nierenkrankheit (CKD) unabhängig vom Ausgangswert der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) oder Albuminurie senken. Natrium-Glukose-Cotransporter-2 (SGLT2)-Hemmer verlangsamen das Fortschreiten einer CKD bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, CKD oder Herzinsuffizienz. Ihre Wirkung bei Patienten mit CKD im Stadium 4 oder geringer bis fehlender Albuminurie ist jedoch noch unklar, erklärt ein australisches Forscherteam um den Erstautoren Brendon L. Neuen. Das Ziel ihrer neuen Studie bestand daher darin, zu beurteilen, ob die eGFR oder der Grad der Albuminurie, gemessen anhand des Albumin-Kreatinin-Verhältnisses im Urin (UACR), die Wirkung von SGLT2-Hemmern auf die Nierenfunktion beeinflusst. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „JAMA“ veröffentlicht. Daten aus SMART-C Das SGLT2 Inhibitor Meta-Analysis Cardio-Renal Trialists’ Consortium (SMART-C) wurde 2022 gegründet, um Daten aus abgeschlossenen SGLT2-Inhibitor-Ergebnisstudien zusammenzutragen. Die Forscher der aktuellen Studie bezogen in ihre Metaanalyse randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien im Rahmen von SMART-C zur Bewertung eines SGLT2-Inhibitors mit Zulassungsindikation zur Verringerung des Fortschreitens einer CKD ein, mit mindestens 500 Teilnehmern in jeder Gruppe und einer Nachbeobachtungszeit von mindestens sechs Monaten. Die Behandlungseffekte in den einzelnen Studien wurden mittels inverser Varianzgewichtung in einer Metaanalyse zusammengefasst. Primäre Endpunkte und Messgrößen waren die CKD-Progression, definiert als Nierenversagen, mindestens 50-prozentige Reduktion der eGFR oder Tod aufgrund von Nierenversagen. Weitere Endpunkte umfassten die jährliche Rate des eGFR-Abfalls und das Auftreten von Nierenversagen. Albuminurie und eGFR im Fokus Von 70361 Teilnehmern in zehn randomisierten Studien erlebten 2314 (3,3 %) eine CKD-Progression und 988 (1,4 %) erreichten ein Nierenversagen. SGLT2-Hemmer reduzierten das Risiko einer CKD-Progression, unabhängig von der Ausgangs-eGFR und der Ausgangs-Albuminurie, so die Autoren. Obwohl das Ausmaß des Schutzes variierte, reduzierten SGLT2-Hemmer die jährliche Abnahmerate der eGFR in allen eGFR- und UACR-Subgruppen, auch bei getrennter Analyse von Teilnehmern mit und ohne Diabetes. SGLT2-Hemmer reduzierten zudem das Risiko eines isolierten Nierenversagens, berichten die Forscher weiter. Ergebnisse unterstützen routinemäßigen Einsatz „In dieser Metaanalyse wurde festgestellt, dass SGLT2-Hemmer das Risiko einer CKD-Progression unabhängig von der Ausgangs-eGFR oder Albuminurie senken, auch bei Patienten mit CKD im Stadium 4 oder minimaler Albuminurie“, resümieren die Forscher. Die Ergebnisse unterstützen ihrer Ansicht nach den routinemäßigen Einsatz von SGLT2-Hemmern zur Verbesserung der Nierenfunktion über das gesamte Spektrum der Nierenfunktion bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, CKD oder Herzinsuffizienz. (ri/BIERMANN)
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