Chronische Nierenkrankheiten: Studie hebt Zusammenhang zu kognitivem Abbau hervor8. Dezember 2025 Foto: © aliaksandr-marko/stock.adobe.com Eine aktuelle US-Studie zeigt, dass chronische Nierenkrankheiten (CKD) den kognitiven Abbau durch miteinander verbundene Schäden an Herz und Gehirn beschleunigen – und dass sich diese Mechanismen zwischen Männern und Frauen deutlich unterscheiden. Oxidativer Stress, urämische Toxizität, Entzündungen und kardiovaskuläre Schäden, die durch CKD bedingt sind, verbinden die Nieren-Herz-Hirn-Achse und tragen zu kognitiven Beeinträchtigungen sowie zum Fortschreiten schwerer neurologischer Erkrankungen bei. Obwohl die Geschlechterunterschiede einen erheblichen Einfluss auf die Epidemiologie der CKD haben, muss ihre Rolle beim Fortschreiten kognitiver Beeinträchtigungen noch genauer untersucht werden, erklären die Forscher der Joan C. Edwards School of Medicine der Marshall University (USA). Ihre neue Studie untersuchte die geschlechtsspezifischen Wechselwirkungen der Nieren-Herz-Hirn-Achse bei CKD. Die Ergebnisse wurden in der „American Journal of Physiology-Heart and Circulatory Physiology“ veröffentlicht. Geschlechtsspezifische Unterschiede beobachtet In der Querschnittstudie mit einer ländlichen Bevölkerung schlossen die Wissenschaftler CKD-Patienten und eine Kontrollgruppe beider Geschlechter ein. Sie erfasst kardiovaskuläre und CKD-Parameter, der Mini-Mental-Status-Test (MMSE) sowie Marker für Fibrose und Neurodegeneration. Die geschlechtsspezifischen Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren klärten sie mittels linearer Regression und Strukturgleichungsmodellierung bzw. Pfadanalysen auf. Patienten mit CKD weisen einen höheren Blutdruck als die Kontrollgruppe auf. Männer mit CKD zeigten im Vergleich zu gleichaltrigen und nach Geschlecht angepassten Kontrollpersonen eine verminderte Herzfunktion. Sowohl Männer als auch Frauen mit CKD erzielten niedrigere MMSE-Werte als die Kontrollgruppe, wobei die kognitive Leistungsfähigkeit bei Frauen mit CKD signifikant besser war als bei Männern mit CKD. Die Pfadanalyse ergab ferner einen direkten Zusammenhang zwischen dem phosphorylierten Tau-Protein im Plasma (pTau) und dem Verhältnis von Amyloid-β-42 zu Amyloid-β-40 mit den MMSE-Werten, jedoch nur bei Frauen. Pro-BNP und pTau korrelierten ebenfalls nur bei Frauen mit dem Kurzzeitgedächtnis. Pharmakologische Interventionen im Blick „Diese Ergebnisse zeigen, dass die biologischen Signalwege, die Niere, Herz und Gehirn verbinden, bei Männern und Frauen unterschiedlich sind“, kommentiert Hauptautorin Prof. Sneha S. Pillai. Laut den Forschern könnten die neuen Resultate innovative pharmakologische Interventionen anregen. (ri/BIERMANN)
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