Chronische Rhinosinusitis und Komorbiditäten22. Juli 2020 Foto: ©jarun011/Adobe Stock Erhöhte Leukotrien-Level im Urin können als Biomarker bei Chronischer Rhinosinusitis dienen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. Leukotrien E4 ist ein Cysteinylleukotrien, das an verschiedenen Entzündungsprozessen beteiligt ist. Erhöhte LTE4-Spiegel im Urin (uLTE4) lassen sich etwa bei Asthmapatienten nachweisen; uLTE4 gilt als Biomarker der Cysteinylleukotrien-Leitungsbahn, die eine entscheidende Rolle bei Asthma, Atopie und chronischer Rhinosinusitis (CRS) spielt. Die Beteiligung komorbiden Asthmas bzw. komorbider Atopie auf uLTE4 bei verschiedenen Subtypen der CRS wurde bislang nicht näher charakterisiert. In der vorliegenden Studie haben Otolaryngologen die Referenzwerte für uLTE4 bei Individuen mit und ohne CRS berechnet und untersucht, inwiefern das Vorliegen komorbider Atopie und Asthmas die uLTE4-Level bei CRS beeinflusst. Die prospektive Fall-Kontroll-Studie maß die Level von uLTE4 bei CRS-Patienten und bei gesunden Kontrollen. Die uLTE4-Werte wurden mittels Enzymimmunoassay erfasst und hinsichtlich der urinären Kreatinkonzentration (pg/mg Cr) adjustiert. CRS-Patienten wurden auf Grundlage der klinischen Komorbiditäten stratifiziert, um für sie die normativen uLTE4-Werte mit und ohne Asthma bzw. Atopie festzulegen.Es nahmen 153 Patienten (Durchschnittsalter 47,3 Jahre; 47,1 % weiblich) teil. Patienten mit CRS wiesen signifikant höhere uLTE4-Konzentrationen auf als gesunde Kontrollprobanden (1,652 vs. 1,065 pg/mg Cr; p = 0,032). In der Gruppe der CRS-Patienten korrelierte komorbides Asthma individuell mit erhöhten uLTE4-Leveln (1597 pg/mg CR; p = 0,0098). Patienten mit CRS, bei denen keine komorbide Allergie oder Asthma vorlag, hatten im Gegensatz dazu keine statistisch signifikanten höheren uLTE4-Level als die gesunden Kontrollprobanden (1142 pg/mg Cr; p = 0,61). Fazit: Der uLTE4-Level kann als nicht invasiv zu erhebender Maßstab für den Inflammationsstatus bei CRS dienen. Komorbides Asthma und Atopie führen bei CRS zu den erhöhten Werten von uLTE4. (am) Originalpublikation: Santarelli et al. Otolaryngol Head Neck Surg 2019 Nov;161(5):764–769.
Mehr erfahren zu: "Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie" Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie Nach Beginn der COVID-19-Pandemie waren Verschiebungen im zeitlichen Verlauf saisonaler Anstiege von Atemwegsinfektionen sowie von herzbedingten Todesfällen zu beobachten. Die Gründe dafür haben Forschende vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön […]
Mehr erfahren zu: "Hausstaubmilben-Extrakte in Tiermodellen: Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit" Hausstaubmilben-Extrakte in Tiermodellen: Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit Hausstaubmilben (HDM) werden oft in Tiermodellen allergischer Atemwegserkrankungen eingesetzt. Da sich die HDM-Extrakte hinsichtlich Allergenkonzentration und Endotoxinverunreinigung unterscheiden, muss das Modell für jede Charge optimiert werden
Mehr erfahren zu: "CRISPR-Gentherapie für HAE: Positive Phase-III-Studienergebnisse" Weiterlesen nach Anmeldung CRISPR-Gentherapie für HAE: Positive Phase-III-Studienergebnisse In einer Phase-III-Studie erwies sich eine CRISPR-Gentherapie für Hereditäres Angioödem (HAE) als wirksam und sicher. Die Zahl der Anfälle verringerte sich deutlich im Vergleich zu Placebo und die Behandlung wurde […]