Chronischer Alkoholmissbrauch erhöht das Risiko für ein Akutes Atemnotsyndrom29. Januar 2019 © chrupka – Fotolia.com Wie die Autoren einer kürzlich in „Chest“ veröffentlichten Studie festgestellt haben, erhöht ein chronisch hoher Alkoholkonsum das Risiko für ein akutes Atemnotsyndrom (ARDS) signifikant. Dies deute darauf hin, dass Patienten, die in ein Krankenhaus eingeliefert werden, auf einen chronischen Alkoholkonsum hin untersucht werden sollten, erklären die Autoren. Die Wissenschaftler hatten mithilfe der Datenbanken Medline, Embase und Web of Science eine systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse erstellt. Ziel war es dabei, Beobachtungsstudien zu identifizieren, in denen der Zusammenhang zwischen einem vorangegangenen Alkoholkonsum und dem Auftreten eines ARDS bei Erwachsenen untersucht wurde. Ausgewählt wurden Studien, die zwischen 1985 und 2015 veröffentlicht worden waren; Referenzlisten wurden ebenfalls überprüft. Zwei Forscher extrahierten unabhängig voneinander demografische Ausgangsdaten. Gepoolte Effektgrößen mit 95%-Konfidenzintervallen (KI) wurden mittels Random-Effects-Metaanalysen geschätzt. In Subgruppenanalysen untersuchten die Autoren des Reviews außerdem die Heterogenität. Die Einschlusskriterien wurden von 17 Beobachtungsstudien (177.674 Personen) erfüllt: Eine Metaanalyse von 13 dieser Arbeiten zeigte, dass jedes Maß eines hohen im Verhältnis zu einem geringen Alkoholkonsum mit einem signifikant erhöhten ARDS-Risiko verbunden war (Odds Ratio [OR] 1,89; 95 %-KI 1,45–2,48; I2=48 %; 13 Studien). Hinweise auf einen Publikationsbias gab es nicht (p=0,150). Sensitivitätsanalysen ergaben, dass diese Assoziation in erster Linie auf den Effekt von Alkoholmissbrauch in der Patientenvorgeschichte zurückzuführen war (OR 1,90; 95 %-KI 1,40–2,60; 10 Studien). Aus Subgruppenanalysen lasen die Forscher um Erstautorin Evangelia Simou vom britischen Centre for Tobacco & Alcohol Studies außerdem heraus, dass sich die Heterogenität durch eine prädisponierende Erkrankung (Trauma, Sepsis/septischer Schock, Pneumonie; p=0,003) erklären ließ. Fazit: Eine aktuelle Metaanalyse konnte zeigen, dass ein chronischer Alkoholmissbrauch das Risiko für ein akutes Atemnotsyndrom (Acute Respiratory Distress Syndrome – ARDS) erhöht. Autoren: Simou E et al. Korrespondenz: Evangelia Simou, UK Centre for Tobacco & Alcohol Studies, Division of Epidemiology and Public Health, University of Nottingham, Clinical Science Bldg, City Hospital, Nottingham, NG5 1PB, Großbritannien; [email protected] Studie: The Effect of Alcohol Consumption on the Risk of ARDS: A Systematic Review and Meta-Analysis Quelle: Chest 2018;154(1):58–68. Web: journal.chestnet.org
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