Chronischer Husten bei Kindern: Keine GERD-Therapie bei fehlenden Merkmalen5. September 2019 Foto: © Ilike/Adobe Stock Ob ein Gastroösophagealer Reflux (GER) oder eine Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) bei Kindern chronischen Husten verursacht, ist umstritten. Unter Verwendung des PICO-Schemas (Population, Intervention, Comparison, Outcome) hat sich eine Arbeitsgruppe aus Australien vier Fragestellungen im Zusammenhang mit Kindern vorgenommen, die an chronischem Husten (>4 Wochen) litten und bei denen keine Lungenerkrankung zugrunde lag. Diese Fragestellungen lauteten: Wenn die Kinder keine gastrointestinalen GER-Symptome haben, sollte eine empirische GERD-Behandlung durchgeführt werden? Behebt die Behandlung von GERD mit gastrointestinalen GER-Symptomen den Husten? Welche GER-basierten Therapien sollten mit oder ohne gastrointestinale GER-Symptome angewendet werden und wie lange? Wenn GERD als Ursache vermutet wird, welche Untersuchungen und diagnostischen Kriterien bestimmen GERD als Ursache des Hustens am besten? Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Untersuchung das Protokoll des CHEST Expert Cough Panels und die methodischen Richtlinien des American College of Chest Physicians (CHEST) sowie das GRADE-Framework (Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation). Um einen Konsens zu erzielen, wurde die Delphi-Methodik eingesetzt. Die Forscher stellten fest, dass nur wenige randomisierte kontrollierte Studien die ersten beiden Fragen behandelten und keine einzige sich mit den anderen beiden beschäftigte. Die Einzel-Meta-Analyse (2 randomisierte kontrollierte Studien) zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen (Intervention für GERD vs. Placebo zur Behandlung des Hustens; OR 1,14; 95 %-KI 0,45–2,93; p=0,78). Protonenpumpenhemmer verursachten im Vergleich zu Placebo vermehrt schwerwiegende unerwünschte Ereignisse. Qualitative Daten bereits von CHEST durchgeführter systematischer Reviews zu diesem Thema stimmten mit zwei internationalen GERD-Richtlinien überein. Die Mitglieder des untersuchenden Gremiums befürworteten, dass eine Behandlung in Bezug auf GERD nicht angewendet werden sollte, wenn keine klinischen Merkmale für GERD vorliegen. Zudem sollten ihrer Meinung nach pädiatrische GERD-Richtlinien als Leitfaden für die Behandlung und Untersuchung verwendet werden.
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