CKD: Aldosteronsynthase-Hemmer kann schwer kontrollierbaren Bluthochdruck senken9. Oktober 2025 Foto: © andrii/stock.adobe.com Bei Menschen mit Chronischer Nierenkrankheit (CKD) und unkontrolliertem Bluthochdruck kann die Ergänzung der Standardbehandlung um das Medikament Baxdrostat helfen, den Bluthochdruck zu kontrollieren und das Fortschreiten der CKD zu verzögern. Aldosteron erhöht den Blutdruck und trägt zum Fortschreiten der CKD bei. In einer Phase-II-Studie haben US-Wissenschaftler die Wirksamkeit und Sicherheit des Aldosteronsynthase-Hemmers Baxdrostat bei Teilnehmern mit CKD und unkontrolliertem Bluthochdruck untersucht. Die vorläufigen Forschungsergebnisse wurden nun auf der Tagung Hypertension Scientific Sessions 2025 der American Heart Association in Baltimore (USA) vorgestellt und in der Fachzeitschrift „Journal of the American Society of Nephrology“ veröffentlicht. Teilnehmer hatten auch Typ-2-Diabetes Die Studie umfasste 195 Personen mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren. 32 Prozent der Teilnehmer waren Frauen, 40 Prozent waren nicht hispanischer Abstammung und litten an Typ-2-Diabetes. Die Studie wurde an 71 Standorten in den USA durchgeführt. Alle Teilnehmer litten unter unkontrolliertem Bluthochdruck (systolischer Blutdruck von 140 mmHg oder mehr beziehungsweise 130 mmHg oder mehr bei Menschen mit Typ-2-Diabetes) – obwohl sie die maximal verträgliche Dosis eines ACE-Hemmers oder eines Angiotensin-Rezeptorblockers einnahmen. Zu Beginn der Studie lag der durchschnittliche systolische Blutdruck bei 151,2 mmHg. ≥Alle Teilnehmer litten zudem an einer CKD, jedoch nicht an Nierenversagen (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate [eGFR] von 25–75 ml/min/1,73 m², durchschnittlich 44 ml/min/1,73m² zu Beginn der Studie; Albumin-Kreatinin-Verhältnis im Urin von ≥100 mg/g, durchschnittlich 713,8 mg/g zu Beginn der Studie). Die 192 Teilnehmer wurden randomisiert einer von drei Behandlungsgruppen zugeteilt: niedrig dosiertes Baxdrostat (0,5 mg/Tag, nach 2 Wochen auf 1 mg/Tag ansteigend); hoch dosiertes Baxdrostat (2 mg/Tag, nach 2 Wochen auf 4 mg/Tag ansteigend); oder Placebo. Niedrigerer systolischer Blutdruck Nach 26 Wochen wurden Blutdruck- und Nierenfunktionstests wiederholt, und in der Primäranalyse wurden die Veränderungen des systolischen Blutdrucks zwischen den drei Gruppen verglichen. Auch unerwünschte Ereignisse wurden für jede der drei Behandlungsgruppen berichtet. Der durchschnittliche systolische Blutdruck sank bei den Teilnehmern, die beide Baxdrostat-Dosen erhielten, um 8,1 mmHg stärker als bei den Teilnehmern, die Placebo erhielten – eine Senkung um etwa fünf Prozent. Und ein erhöhter Kaliumspiegel im Blut trat bei 41 Prozent der Teilnehmer unter Baxdrostat und fünf Prozent der Teilnehmer unter Placebo auf. Die meisten Fälle waren leicht bis mittelschwer. Während der Studie gab es keine Todesfälle oder unerwarteten Nebenwirkungen. Allerdings erlitten neun Prozent der Teilnehmer unter Baxdrostat und drei Prozent der Teilnehmer in der Placebogruppe eine schwerwiegende Nebenwirkung. Verringerung des Urinalbumins In einer explorativen Analyse untersuchten die Forscher außerdem den Albuminverlust im Urin. Sie fanden heraus, dass der Albuminspiegel im Urin bei den Patienten, die Baxdrostat einnahmen, um 55 Prozent niedriger war als bei den Patienten, die ein Placebo einnahmen. Dieser Wert ist vergleichbar mit der Senkung bei Medikamenten, die das Fortschreiten von Nierenerkrankungen verzögern. „Die Verringerung des Urinalbumins gibt uns Hoffnung, dass Baxdrostat auch dazu beitragen kann, Nierenschäden zu verzögern“, erklärt Studienleiter Jamie P. Dwyer. Dieses Potenzial werde derzeit in zwei großen Phase-III-Studien getestet, um festzustellen, ob Baxdrostat das Fortschreiten der Nierenerkrankung verzögert, fügt er hinzu. Patienten mit chronischer Nierenerkrankung seien in der Vergangenheit oft von Medikamentenstudien ausgeschlossen. Es sei daher besonders beruhigend zu wissen, dass Patienten mit chronischer Nierenerkrankung in einer eigenen Studie vertreten waren, das Medikament gut vertrugen und sowohl blutdrucksenkende als auch albuminurische Vorteile erzielten. Diese Medikamentenklasse könnte die Behandlung von Bluthochdruck in dieser Patientengruppe grundlegend verändern, kommentiert Prof. Jordana B. Cohen (American Heart Association, USA), die nicht an der Studie beteiligt war. Hinweise: Baxdrostat ist von der US-amerikanischen Food and Drug Administration nicht zugelassen. Die Studie wurde von AstraZeneca, dem Entwickler von Baxdrostat, finanziert. Die American Heart Association betont, dass Aussagen und Schlussfolgerungen von Studien, die auf den wissenschaftlichen Tagungen der American Heart Association vorgestellt werden, ausschließlich die der Studienautoren sind und nicht unbedingt die Politik oder Position der Vereinigung widerspiegeln. Die Vereinigung übernimmt keine Zusicherungen oder Garantien hinsichtlich ihrer Richtigkeit oder Zuverlässigkeit. (ri/BIERMANN)
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