Colitis ulcerosa: Medikamentendosis nur zur Remissionsinduktion anpassen7. Februar 2019 © leszekglasner – fotolia.com Bei Patienten mit leicht bis mäßig ausgeprägter aktiver linksseitiger oder ausgedehnter Colitis ulcerosa haben sich in einer aktuellen Studie eine kombinierte orale und topische Mesalazin-Therapie sowie hochdosiertes Mesalazin gegenüber der Standarddosierung als überlegen hinsichtlich einer Remissionsinduktion herausgestellt. Dies galt laut den Studienautoren jedoch nicht für eine Aufrechterhaltung der Remission. Zum Remissionserhalt sollte bevorzugt eine Standarddosierung eingesetzt werden, schreiben die Wissenschaftler. Diese Erkenntnis folgte auf eine systematische Übersichts- und Netzwerk-Meta-Analyse, für die Literaturdatenbanken nach randomisiert-kontrollierten Studien durchsucht wurden, an denen erwachsene Patienten mit linksseitiger oder ausgedehnter leichter bis mittelschwerer C. ulcerosa teilnahmen. Es wurden Studien in die Analyse aufgenommen, in denen die Patienten mit oralem Sulfasalazin, Diazo-gebundenen 5-Aminosalicylaten (5-ASA), Mesalazin (niedrige Dosis <2 g/Tag, Standarddosis 2–3 g/Tag oder hohe Dosis >3 g/Tag), kontrolliert im Ileum freigesetztem Budesonid oder Budesonid-Multimatrix allein oder in Kombination mit einer rektalen 5-ASA-Therapie behandelt wurden. Sie wurden bezüglich der Induktion oder Aufrechterhaltung einer klinischen Remission miteinander oder mit Placebo verglichen. Die minimale Therapiedauer betrug 4 Wochen für Untersuchungen zur Remissionsinduktion und 24 Wochen für Studien zur Erhaltungstherapie. Die Wissenschaftler fanden 1316 Studien, von denen 75 randomisierte Arbeiten mit 12.215 Patienten für die Analyse infrage kamen. Basierend auf 48 randomisierten Untersuchungen zur Remissionsinduktion wurden combined oral and rectal 5-ASA (Surface Under the Cumulative Ranking [SUCRA] 0,99) und hochdosiertes Mesalazin (>3 g/Tag; SUCRA 0,82) in dieser Hinsicht als am höchsten eingestuft. Beide Interventionen waren der Standarddosis von Mesalazin (2–3 g/Tag) überlegen (Versagen hinsichtlich der Induktion einer Remission mit kombinierter oraler und rektaler 5-ASA-Therpaie; OR 0,44; 95 %-KI 0,22–0,77; hoch dosiertes Mesalazin OR 0,78; 95 %-KI 0,66–0,93), bei moderater Konfidenz. Auf der Grundlage von 28 randomisierten Studien (4218 Teilnehmer), die die Einschlusskriterien erfüllten, waren alle Interventionen hinsichtlich einer Aufrechterhaltung der Remission einem Placebo überlegen. Weder die Kombination von oralen und rektalen 5-ASA noch hoch dosiertes Mesalazin waren jedoch Mesalazin in Standarddosierung überlegen. Fazit Bei Patienten mit leicht bis mäßig aktiver linksseitiger oder ausgedehnter C. ulcerosa sind die kombinierte orale und topische Mesalazin-Therapie und das hochdosierte Mesalazin gegenüber der Standarddosierung von Mesalazin hinsichtlich der Remissionsinduktion überlegen. Zur Aufrechterhaltung der Remission reiche jedoch bei den meisten Patienten eine Standarddosierung von Mesalazin aus, so das Resümee der Studienautoren. Autoren: Nguyen NH et al. Korrespondenz: Dr. Siddharth Singh, University of California San Diego, La Jolla, CA 92093, USA; [email protected] Studie: Comparative efficacy and tolerability of pharmacological agents for management of mild to moderate ulcerative colitis: a systematic review and network meta-analyses Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2018;3(11):742–753. Web: www.thelancet.com/journals/langas/article/PIIS2468-1253(18)30231-0/fulltext
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