COPD: Auch Luftqualität in Innenräumen spielt eine Rolle12. Februar 2025 © Francesco Scatena – stock.adobe.com (Symbolbild) Denkt man in Zusammenhang mit der Atemwegsgesundheit bspw. bei Patienten mit Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung an die Schadstoffbelastung der Luft, geht es meist um die Luftqualität im öffentlichen Raum – etwa durch Dieselabgase aus dem Straßenverkehr. Berücksichtigt werden sollte aber auch eine mögliche Belastung in Innenräumen, wie die Verfasser einer aktuellen Arbeit betonen. Um zuverlässigere Zusammenhänge zwischen der Schadstoffbelastung einerseits und Exazerbationen und Atemwegssymptomen andererseits herzustellen, betrachteten die Wissenschaftler 76 COPD-Patienten und deren Exposition gegenüber luftgetragenen Partikeln und gasförmigen Schadstoffen über einen Zeitraum von 134 Tagen. Dabei wurde kontinuierlich beobachtet, wo sich die Probanden gerade aufhielten. Zudem hielten die Teilnehmer regelmäßig Atemwegssymptome fest und dokumentierten den maximalen exspiratorischen Atemfluss (PEF). Mittels Modellen mit gemischten Effekten quantifizierte das Forscherteam dann die Beziehung zwischen der Gesamtbelastung der jeweiligen Probanden durch Schadstoffe in Innenräumen sowie im Freien einerseits mit dem Auftreten von Exazerbationen und Symptomen sowie dem PEF andererseits. Wie die Wissenschaftler berichten, war die Belastung durch Stickstoffdioxid aus Quellen sowohl in Innenräumen als auch im Freien mit Exazerbationen und Atemwegssymptomen verbunden. Dabei war eine Zunahme der Wahrscheinlichkeit für eine Verschlechterung der COPD bei einer Erhöhung um einen Interquartilbereich der Gesamtbelastung in Innenräumen und im Freien um 33% (22–45), 19% (12–18) und 12% (5–20) festzustellen. Im Falle von Kohlenmonoxid wurden die gesundheitlichen Auswirkungen hauptsächlich auf eine Belastung der Luft in Innenräumen zurückgeführt. Während bei Feinstaub mit einem mehrheitlichen Partikeldurchmesser von 2,5 µm keine Assoziationen mit COPD-Exazerbationen beobachtet wurden, waren in Innenräumen erzeugte Partikel mit einer signifikanten Abnahme des PEF assoziiert, wie die Wissenschaftler berichten. Fazit Innenraum- und Außenluftverschmutzung können die Gesundheit von COPD-Patienten verschlechtern. Politische Entscheidungsträger, Ärzte und COPD-Patienten sollten beachten, wie wichtig es ist, die Exposition gegenüber beiden Quellen gleichermaßen zu reduzieren, um das Risiko einer Verschlimmerung zu verringern. (ac) Autoren: Evangelopoulos D et al. Korrespondenz: Benjamin Barratt; [email protected]. Studie: Air pollution and respiratory health in patients with COPD: should we focus on indoor or outdoor sources? Quelle: Thorax 2024;79(12):1116–1123. Web: https://doi.org/10.1136/thorax-2024-221874
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