COPD: Großer Teil der Betroffenen in Studien unberücksichtigt21. Dezember 2022 © mi_viri – stock.adobe.com (Symbolbild) Mehr als die Hälfte aller Patienten mit Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) in der Allgemeinbevölkerung erfüllen die Einschlusskriterien für größere klinische Studien nicht, leiden aber im Vergleich zu symptomatischen Rauchern ohne COPD an einer klinisch signifikanten Erkrankung – einschließlich Exazerbationen und frühem Tod. Zu dieser Erkenntnis ist eine dänische Arbeitsgruppe kürzlich gekommen. Die Wissenschaftler hatten 105.630 Erwachsene aus einer aktuellen dänischen Bevölkerungskohorte betrachtet. Von einer COPD gingen sie per Definition aus, wenn die Personen ein Alter von ≥40 Jahren hatten, an chronischen Atemwegssymptomen litten, in der Vergangenheit regelmäßig Rauch ausgesetzt gewesen waren und ein Verhältnis von 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) zu forcierter Vitalkapazität (FVC) <0,70 aufwiesen. Zu den Endpunkten zählten akute Exazerbationen und die Gesamtmortalität. Als Referenzgruppe dienten symptomatische Raucher ohne COPD. Um symptomatische Raucher mit und ohne COPD handelte es sich bei 7516 (7%) beziehungsweise 16.079 (15%) der Gesamtkohorte. Nur 44% der Patienten mit COPD kamen für die Teilnahme an größeren klinischen Studien infrage, wenn eine FEV1 <80% vom Soll, eine Raucheranamnese von ≥10 Packungsjahren und kein komorbides Asthma als allgemeine Einschlusskriterien galten. Während der mittleren Nachbeobachtungszeit von 8,9 Jahren dokumentierten die Autoren der aktuellen Arbeit 2130 akute Exazerbationen und 3973 Todesfälle unter symptomatischen Rauchern. Verglichen mit symptomatischen Rauchern ohne COPD betrugen die multivariabel adjustierten HRs für Exazerbationen 7,45 (95%-KI 5,41–10,3) bzw. 29,0 (95%-KI 21,1–39,8) bei COPD-Patienten, die für klinische Studien nicht geeignet beziehungsweise geeignet waren. Die entsprechenden HRs für die Gesamtmortalität betrugen 1,21 (95%-KI 1,11–1,31) bzw. 1,67 (95%-KI 1,54–1,81). Fazit Mehr als die Hälfte der Personen mit COPD in der Allgemeinbevölkerung sind von größeren klinischen Studien ausgeschlossen. Diese Personen haben jedoch eine klinisch signifikante Erkrankung mit Exazerbationen und frühem Tod im Vergleich zu symptomatischen Rauchern ohne COPD. Problematisch sei dies vor allem, weil so für die meisten COPD-Patienten im wirklichen Leben nicht die notwendige Evidenz existiere, um die Wirksamkeit von Therapien zu stützen, erklärt die Arbeitsgruppe. (ac) Autoren: Çolak Y et al. Korrespondenz: Shoaib Afzal; [email protected] Studie: Prognosis of Patients with Chronic Obstructive Pulmonary Disease Not Eligible for Major Clinical Trials Quelle: Am J Respir Crit Care Med 2022;206(3):271–280. Web: https://doi.org/10.1164/rccm.202110-2441OC
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