COPD, Herz, Diabetes: Zusammenhänge sind weitgehend Alter und Nikotinkonsum geschuldet11. September 2019 Grafik: © magicmine/Adobe Stock Die durch eine Atemwegsobstruktion gekennzeichnete COPD tritt nicht selten gemeinsam mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (cardiovascular disease [CVD]), Bluthochdruck und Diabetes auf. In einer internationalen Studie haben Wissenschaftler nun den Zusammenhang zwischen einer Atemwegsobstruktion und diesen Komorbiditäten näher beleuchtet. Insgesamt 23.623 Teilnehmer (47,5 % Männer; 19,0 % aktive Raucher; Durchschnittsalter 55,1±10,8 Jahre) in 33 Zentren, die an der BOLD-Studie (Burden of Obstructive Lung Disease Initiative) teilnahmen, wurden in die Auswertung einbezogen. 10,4 % der Probanden litten an einer Atemwegsobstruktion. Angaben der Studienteilnehmer zu CVD (Herzerkrankungen oder Schlaganfall) sowie ärztlich diagnostizierter Bluthochdruck und Diabetes wurden mithilfe eines Regressionsverfahrens einer Atemwegsobstruktion (FEV1/FVC nach Bronchodilatator <5. Perzentil der Referenzwerte) zugeordnet, wobei eine Adjustierung bezüglich Alter, Geschlecht, Nikotinkonsum (auch Packungsjahre), BMI und Bildungsstand erfolgte. Die Analysen wurden innerhalb der Zentren durchgeführt und zentrenübergreifend metaanalytisch unter Verwendung der I2-Statistik auf Heterogenität geprüft. Die rohen OR für die Assoziation mit Atemwegsobstruktionen betrugen 1,42 (95 %-KI 1,20–1,69) für CVD sowie 1,24 (95 %-KI 1,02–1,51) für Hypertonie und 0,93 (95 %-KI 0,76–1,15) für Diabetes. Nach Adjustierung lagen sie bei 1,00 (95 %-KI 0,86–1,16; I2: 6 %) für CVD bzw. 1,14 (95 %-KI 0,99–1,31; I2: 53 %) für Hypertonie und 0,76 (95 %-KI 0,64–0,89; I2: 1 %) für Diabetes, bei vergleichbaren Resultaten für Männer und Frauen, Raucher und Nichtraucher sowie Patienten in reicheren und ärmeren Regionen. Wurde die Atemwegsobstruktion alternativ als FEV1/FVC <2,5.-Perzentil oder 0,70 definiert, ergaben sich keine signifikant anderen Ergebnisse. Zusammenfassend lasse sich festhalten, so die Studienautoren, dass die Zusammenhänge von CVD und Bluthochdruck mit einer Atemwegsobstruktion in der Allgemeinbevölkerung weitgehend durch das Alter und den Nikotinkonsum erklärt werden. Das adjustierte Risiko für Diabetes sei bei Probanden mit Obstruktion geringer. Diese Ergebnisse unterstreichen laut den Wissenschaftlern die Rolle, die gemeinsame Risikofaktoren bei der Erklärung einer Koexistenz von kardiometabolischen Komorbiditäten und COPD spielen.
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