COPD-Patienten: Höheres Mortalitätsrisiko im ersten Jahr nach einer Operation1. März 2023 Foto: © hin255/stock.adobe.com Patienten mit Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die sich einem größeren chirurgischen Eingriff unterziehen, versterben mit höherer Wahrscheinlichkeit im ersten Jahr postoperativ und verursachen höhere Versorgungskosten als vergleichbare Patienten, die nicht an einer COPD leiden. Das berichtet eine Arbeitsgruppe aus Kanada. Da Patienten mit COPD oft gebrechlich sind und eine Reihe gesundheitlicher Probleme haben, sollte ihr Management rund um den Zeitpunkt der Operation nicht nur die COPD, sondern alle ihre Gesundheitsprobleme berücksichtigen“, erklärt Dr. Ashwin Sankar, Anästhesist am St. Michael‘s Hospital, einem Standort von Unity Health Toronto und der University of Toronto (Kanada). Die Studie umfasste 932.616 Patienten im Alter von 35 Jahren und älter aus der kanadischen Provinz Ontario, die sich einer größeren Operation unterziehen mussten – beispielsweise einem Hüft- oder Kniegelenkersatz, Magen-Darm-Operationen, Gefäßoperationen und anderen elektiven nichtkardialen Eingriffen. Etwa einer von fünf der in der Untersuchung berücksichtigten Personen (n=170.482) litt an einer COPD. Diese Personen waren in der Regel älter und mit höherer Wahrscheinlichkeit Männer. Ebenso wurden sie mit höherer Wahrscheinlichkeit als gebrechlich eingestuft, hatten ein geringeres Einkommen und Vorerkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Diabetes und Lungenkrebs. Die Autoren der Studie stellten fest, dass im Vergleich Personen ohne COPD und ähnlichen demografischen Merkmalen, die sich einer vergleichbaren Operation unterzogen, COPD-Patienten im Jahr nach dem chirurgischen Eingriff ein um 61 Prozent erhöhtes Mortalitätsrisiko. Die Kosten für die medizinische Versorgung dieser COPD-Patienten waren im Durchschnitt 13 Prozent höher. Beide Steigerungen – Mortalitätsrisiko und Kosten – wurden noch lange nach der unmittelbaren postoperativen Phase von 30 Tagen beobachtet. Aus praktischer Sicht habe die Bestimmung des genauen Ausmaßes des erhöhten Risikos, das der COPD zugerechnet werden kann, nur begrenzten Wert für Patienten und Ärzte, schreiben die Studienautoren. Mediziner sollten aber eine COPD als Indikator für das Risiko und die Komplexität erkennen, der eine weitere Beurteilung von Kandidaten für eine Operation im Hinblick auf wirklich aussagekräftige und modifizierbare präoperative Risikofaktoren auslösen sollte. Dazu gehöre auch die Art des chirurgischen Eingriffes. „Patienten mit COPD haben typischerweise Komorbiditäten, biopsychosoziale Probleme und sind gebrechlich“, schreiben die Autoren. „Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer sorgfältigen Risikovorhersage und Entscheidungsfindung für Patienten mit COPD, die eine Operation in Betracht ziehen.“ Die Forschenden hoffen, dass ihre Erkenntnisse dazu beitragen, dass besser auf die postoperativen Bedürfnisse von Menschen mit COPD eingegangen wird.
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