COPD-Risiko: Prädiktoren im Kindesalter identifiziert23. Januar 2019 © adiruch na chiangmai – fotolia.com Eine Arbeitsgruppe aus Australien hat in einer Untersuchung sechs mögliche Verläufe der Lungenfunktion gemessen an der 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) identifiziert, von denen zwei neu sind. Von diesen Verläufen trugen drei zu 75 % der Last durch eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) bei. Sie waren mit modifizierbaren frühen Expositionen verbunden, deren Auswirkungen durch im Erwachsenenalter auftretende Faktoren verstärkt wurden. Die Forscher sind der Ansicht, dass die Reduzierung eines Nikotinkonsums seitens der Mutter, eine Förderung der Immunisierung und die Vermeidung eigenen aktiven Nikotinkonsums – insbesondere bei rauchenden Eltern oder einer geringen Lungenfunktion des Kindes das COPD-Risiko minimieren könnten. Die Forscher verwendeten Daten aus sechs Wellen der Tasmanian Longitudinal Health Study (TAHS), um die Lungenfunktionsverläufe der Probanden im Alter von 7, 13, 18, 45, 50 und 53 Jahren zu modellieren. Von den 8583 Teilnehmern in der ursprünglichen Kohorte gab es von 2438 aus mindestens zwei Wellen Lungenfunktionsdaten im Alter von 7 und 53 Jahren. Sie bildeten die Studienpopulation. Man identifizierte sechs Verläufe der Lungenfunktion: früh unter dem Durchschnitt, beschleunigter Rückgang (4 % der Teilnehmer); anhaltend niedrig (6 %); frühe geringe Lungenfunktion, beschleunigte Zunahme; normaler Funktionsabfall (8 %); durchgehend hoch (12 %); unterdurchschnittlich (32 %) und durchschnittlich (39 %). Drei dieser Verläufe (früh unterdurchschnittlich und beschleunigter Rückgang; anhaltend niedrig; unterdurchschnittlich) bezeichneten ein erhöhtes COPD-Risiko im Alter von 53 Jahren im Vergleich zur durchschnittlichen Gruppe (früh unterdurchschnittlich und beschleunigter Rückgang: Odds Ratio [OR] 35,0; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 19,5–64,0; anhaltend niedrig: OR 9,5; 95 %-KI 4,5–20,6; unterdurchschnittlich: OR 3,7; 95 %-KI 1,9–6,9). Fazit: Zu den Prädiktoren der drei Verläufe, die früh im Leben zu beobachten waren, gehörten Asthma im Kindesalter, Bronchitis, Pneumonie, allergische Rhinitis, Ekzeme, Asthma der Eltern und Nikotinkonsum durch die Mutter. Rauchten die Betroffenen selbst und litten sie als Erwachsene an einem aktiven Asthma, steigerte dies den Einfluss mütterlichen Nikotinkonsums bzw. kindlichen Asthmas auf eine früh unterdurchschnittliche Lungenfunktion und deren beschleunigten Verlust im weiteren Verlauf. Autoren: Bui DS et al. Korrespondenz: Prof. Shyamali C Dharmage, Melbourne School of Population and Global Health, The University of Melbourne, Carlton, VIC 3053, Australien; [email protected] Studie: Childhood predictors of lung function trajectories and future COPD risk: a prospective cohort study from the first to the sixth decade of life Quelle: Lancet Respir Med 2018;6(7):535–544. Web: www.thelancet.com/journals/lanres
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