COVID-19: Antikörperkombination reduziert Viruslast im ambulanten Setting

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In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Parallelgruppen-Dosisfindungsstudie der Phase II haben deren Autoren die virologische Wirksamkeit der SARS-CoV-2-neutralisierenden monoklonalen Antikörper Casirivimab und Imdevimab in Kombination über verschiedene intravenös (i.v.) und subkutan (s.c.) verabreichte Dosierungen hinweg im Vergleich zu Placebo untersucht.

Die Wissenschaftler schlossen in ihre aktuelle Arbeit ambulante Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion an 47 Standorten in den USA ein. Die Teilnehmer konnten symptomatisch oder asymptomatisch sein, wobei aber symptomatische Patienten mit Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf von der Analyse ausgeschlossen wurden.

Die Erhebung der Daten erfolgte im Zeitraum 15.12.2020–04.03.2021. Die Probanden erhielten nach Randomisierung entweder 1 einzelne i.v. Dosis (n=523) der Casirivimab-Imdevimab-Kombination à 300, 600, 1200 oder 2400 mg oder ein Placebo oder 1 s.c. Einzeldosis der Kombination à 600 oder 1200 mg oder ein Placebo (n=292). Der primäre Endpunkt bestand in der zeitgewichteten durchschnittlichen täglichen Veränderung der Viruslast gegenüber dem Ausgangswert (TWACB) von Tag 1 (Ausgangswert) bis Tag 7 bei Patienten, die zu Studienbeginn seronegativ für SARS-CoV-2 waren.

Unter den 815 randomisierten Teilnehmern waren 507 (282 randomisiert für i.v. Behandlung, 148 randomisiert für s.c. Behandlung und 77 randomisiert für Placebo) zu Studienbeginn seronegativ und wurden in die primäre Wirksamkeitsanalyse eingeschlossen. Die für eine i.v. Behandlung randomisierten Teilnehmer waren im Durchschnitt 34,6 Jahre alt (SD 9,6); 160 (44,6%) von ihnen waren Männer, 14 (3,9%) Schwarze, 121 (33,7%) hispanischer Abstammung und 309 (86,1%) Weiße. Diejenigen, die in die s. c. Gruppen randomisiert worden waren, hatten ein Durchschnittsalter von 34,1 Jahren (SD 10,0), 102 (45,3%) waren Männer, 75 (34,7%) hatten hispanische Vorfahren, 6 (2,7%) waren Schwarze und 190 (84,4%) Weiße.

Alle Behandlungen mit Casirivimab und Imdevimab ergaben eine signifikante virologische Reduktion bis Tag 7. Die Least-Square-Mittelwertunterschiede der TWACB für die Viruslast unter Casirivimab und Imdevimab im Vergleich zu Placebo reichten von –0,56 (95%-KI –0,89 bis –0,24) log10 Kopien/ml bei der i. v. 1200-mg-Dosis bis –0,71 (95%-KI –1,05 bis –0,38) log10 Kopien/ml für die i.v. 2400-mg-Dosis.

Die Wissenschaftler beobachteten keine nachteiligen Sicherheitssignale oder dosisbezogenen Ereignisse in Bezug auf die Sicherheit sowie keine infusionsbedingten oder Überempfindlichkeitsreaktionen vom Grad ≥2, Reaktionen an der Injektionsstelle vom Grad ≥3 oder Todesfälle. Es kam zu 2 schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse, die nicht mit COVID-19 oder dem Studienmedikament in Zusammenhang standen.

Als eine der Einschränkungen ihrer Untersuchung weisen die Autoren darauf hin, dass die Rekrutierung der Studienteilnehmer bereits abgeschlossen war, bevor in den USA – wo sich alle Studienstandorte befanden – die Omikron-Variante von SARS-CoV-2 Fuß fasste. Zudem war zu diesem Zeitpunkt die Mutation Delta nur wenig verbreitet.

Fazit
In dieser randomisierten klinischen Studie, an der Patienten mit asymptomatischem und symptomatischem SARS-CoV-2 mit geringem Risiko teilnahmen, reduzierten alle i.v. und s.c Dosen von Casirivimab und Imdevimab die Viruslast vergleichbar. (ac)

Autoren: Portal-Celhay C et al.
Korrespondenz: Gary A. Herman; [email protected]
Studie: Virologic Efficacy of Casirivimab and Imdevimab COVID-19 Antibody Combination in Outpatients With SARS-CoV-2 Infection: A Phase 2 Dose-Ranging Randomized Clinical Trial
Quelle: JAMA Netw Open 2022;5(8):e2225411.
Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2022.25411