COVID-19: Auswirkungen der Pandemie waren größer als gemeldete Todesfälle abbilden10. Mai 2022 © plo – stock.adobe.com (Symbolbild) Die COVID-19-Excess-Mortality-Collaborators untersuchten, geleitet von Prof. Haidong Wang von der Universität Washington (USA), die durch die COVID-19-Pandemie bedingte Übersterblichkeit. Die Studiengruppe schätzte den Mortalitätsüberschuss für 191 Länder bzw. Gebiete und für ausgewählte Länder von 252 subnationalen Einheiten. Der Zeitraum der Schätzung reichte vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2021. Die Daten stammten von 74 Ländern bzw. Gebieten und 266 subnationalen Standorten, die 31 Standorte in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen einschlossen. Die Daten umfassten für die Jahre 2020 und 2021 sowie ≤11 Jahre vorher die wöchentlich oder monatlich gemeldeten Todesfälle aller Ursachen und Übersterblichkeitszahlen für 12 Bundesstaaten in Indien. Da die weltweiten Sterblichkeitsaufzeichnungen unvollständig waren, erstellten die Wissenschaftler ein statistisches Modell, das die übermäßige Sterblichkeitsrate für Orte und Zeiträume vorhersagt, in denen keine Daten zur Gesamtmortalität verfügbar waren. Obwohl zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31. Dezember 2021 weltweit insgesamt 5,94 Mio. COVID-19-Todesfälle gemeldet wurden, schätzen die Autoren, dass, gemessen an der Übersterblichkeit, 18,2 Mio. Menschen durch die COVID-19-Pandemie gestorben sind (95%-Unsicherheitsintervall[UI] 17,1–19,6 Mio.). Die globale Übersterblichkeitsrate für alle Altersgruppen betrug aufgrund der COVID-19-Pandemie 120,3 Todesfälle (95%-UI 113,1–129,3) pro 100.000 Einwohner und die Übersterblichkeitsrate überstieg in 21 Ländern sogar 300 Todesfälle pro 100.000. Die Zahl der Übersterblichkeit war in den Regionen Südasien, Nordafrika, dem Nahen Osten und Osteuropa am größten. Auf Länderebene wurden die höchsten Zahlen an kumulativen Todesfällen aufgrund von COVID-19 in Indien (4,07 Mio. [95%-UI 3,71–4,36]), den USA (1,13 Mio.[95%-UI 1,08–1,18]), Russland (1,07 Mio. [95%-UI 1,06–1,08]), Mexiko (798.000 [741.000–867.000]), Brasilien (792.000 [730.000–847.000]), Indonesien (736.000 [594.000–955.000]) und Pakistan (664.000 [95%-UI 498.000–847.000]) geschätzt. Unter diesen Ländern waren die Übersterblichkeitsraten in Russland (374,6 Todesfälle [95%-UI 369,7–378,4] pro 100.000) und Mexiko (325,1 [95%-UI 301,6–353,3] pro 100.000) am höchsten. Des Weiteren war die Übersterblichkeit in Brasilien (186,9 [95%-UI 172,2–199,8] pro 100.000) und den USA (179,3 [95%-UI 170,7–187,5] pro 100.000) ähnlich hoch. Fazit Die Studienergebnisse offenbaren, dass die tatsächlichen Auswirkungen der Pandemie viel größer gewesen sind als es die gemeldeten COVID-19-Todesfälle vermuten lassen. (sh) Autoren: COVID-19 Excess Mortality Collaborators Korrespondenz: Haidong Wang; [email protected] Studie: Estimating excess mortality due to the COVID-19 pandemic: a systematic analysis of COVID-19-related mortality, 2020–21 Quelle: Lancet 2022;S0140-6736(21)02796-3. Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)02796-3
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