COVID-19 bei Jugendlichen: Therapien werden gut vertragen29. April 2023 © Екатерина Рукосуева – stock.adobe.com (Symbolbild) Für die Behandlung leichter bis mittelschwerer COVID-19-Erkrankungen bei Hochrisikopatienten im Alter von ≥12 Jahren sind mehrere antivirale und monoklonale Antikörpertherapien verfügbar. Die Daten für den Einsatz dieser Mittel bei Kindern sind jedoch begrenzt. Ein US-amerikanisches Forscherteam berichtet daher über die Behandlung von 94 pädiatrischen Patienten des Seattle Children’s Hospital, bei denen seit dem Auftreten der Omikron-Variante eine frühzeitige Therapie als notwendig erachtet wurde. Um zu entscheiden, welche Behandlungen angeboten werden sollten, berücksichtigten die Mediziner Alter und Gewicht des Patienten, den Impfstatus und die Fähigkeit, auf die Impfung anzusprechen, potenzielle Arzneimittelinteraktionen, die Nieren- und Leberfunktion des Patienten sowie die Verfügbarkeit von Infusionszentren oder stationären Betten. Die Mediziner gaben der oralen Therapie (Nirmatrelvir/Ritonavir) den Vorrang, wenn ein Patient nicht im Krankenhaus lag und aufgrund des Zeitpunkts der Infektion, des Alters und der Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten dafür infrage kam. Bei Patienten, für die Nirmatrelvir/Ritonavir nicht infrage kamen, wurde im nächsten Schritt ein monoklonaler Antikörper (Sotrovimab) in Betracht gezogen, wenn dieser verfügbar war. Eine 3-tägige Verabreichung von Remdesivir wurde bei Patienten mit einem Alter <12 Jahren oder einem Gewicht <40 kg, bei Patienten, die sich bereits im Krankenhaus befanden, und bei Patienten, die für andere Therapien nicht infrage kamen, bevorzugt. Es wurde empfohlen, vor der Verabreichung von Remdesivir die Nieren- und Leberfunktion zu überprüfen. Für die Studie analysierten Surabhi B. Vora und Kollegen retrospektiv die Krankenakten von Patienten, für die zwischen dem 22. Dezember 2021 und dem 30. Januar 2022 eine frühzeitige COVID-19-Behandlung beantragt wurde, auf demografische Daten, Grunderkrankungen, SARS-CoV-2-Impfstatus, Tage seit dem ersten Symptom oder positiven Test (PCR oder Schnelltest), Medikamentenadhärenz, behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse sowie Besuche in der Notaufnahme und Krankenhausaufenthalte innerhalb von 7 Tagen nach Antragseingang. Von 94 Patienten erhielten 66 (70%) eine Genehmigung für Sotrovimab, Nirmatrelvir/Ritonavir oder Remdesivir. Molnupiravir wurde für keinen einzigen Patienten empfohlen. Die meisten Anträge wurden von Patienten mit geschwächtem Immunsystem gestellt (66%), wobei eine bösartige Erkrankung die häufigste immunschwächende Bedingung war. Die häufigsten Gründe für die Ablehnung einer Therapie waren der vollständige Impfstatus (46%) und die Nichtzugehörigkeit zu den höchsten Risikokategorien (61%). Das mittlere Alter der Kinder, die eine Therapie erhielten, betrug 16, 14,5 bzw. 8 Jahre für Sotrovimab, Nirmatrelvir/Ritonavir beziehungsweise Remdesivir. Der Medianwert der Tage vom Beginn der Infektion bis zur ersten Therapiedosis betrug 3 für Sotrovimab (Bereich: 0–6) und Nirmatrelvir/Ritonavir (Bereich: 1–6) und 2 (Bereich: 0–9) für Remdesivir. Bei 19 Patienten wurde die Therapie trotz Genehmigung nicht durchgeführt, meist weil die Familie die Behandlung ablehnte oder weil sich die Symptome verbesserten. Zwei Patienten erhielten kein Remdesivir, weil der Ausgangswert der Alanin-Aminotransferase (ALT) zu hoch war. Remdesivir wurde am häufigsten stationär verabreicht (in 59% der Fälle), während Sotrovimab häufiger in einem ambulanten Infusionszentrum verabreicht wurde (55%). Unerwünschte Ereignisse waren bei allen Wirkstoffen selten; ein Patient hatte während der Infusion von Sotrovimab und 2 Tage danach Schmerzen in der Brust, die zu einem Besuch in der Notaufnahme führten. Ein weiterer Patient wurde wegen einer Episode von Kurzatmigkeit während der Behandlung mit Nirmatrelvir/Ritonavir in die Notaufnahme gebracht. Beide wurden in gutem Zustand entlassen. Bei keinem Patienten kam es nach der Behandlung mit Remdesivir zu einem Anstieg der ALT oder des Kreatinins. Drei Patienten wurden während des 7-tägigen Nachbeobachtungszeitraums wegen einer möglicherweise mit COVID-19 zusammenhängenden Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert: einer, der nicht für die Behandlung zugelassen war, einer, der für Sotrovimab zugelassen war, es aber nicht erhielt, und einer nach der Behandlung mit Remdesivir. Fazit Die Autoren stellen abschließend fest, dass die Therapien im Allgemeinen gut vertragen wurden und nachfolgende COVID-19-bedingte Besuche in der Notaufnahme oder Krankenhausaufenthalte selten waren. (ej) Autoren: Vora SB et al. Korrespondenz: Surabhi Vora; [email protected]. Studie: Monoclonal Antibody and Antiviral Therapy for Mild-to-Moderate COVID-19 in Pediatric Patients Quelle: Pediatr Infect Dis J 2023 Jan 1;42(1):32–34. Web: https://doi.org/10.1097/INF.0000000000003740
Mehr erfahren zu: "Sparpaket soll noch größer werden" Sparpaket soll noch größer werden Immer weiter steigende Kosten für die medizinische Versorgung sollen gebremst werden. Die Koalition plant dafür ein umstrittenes Sparpaket. Jetzt soll noch mehr hinein – nur von wem?
Mehr erfahren zu: "Rettungsdienst-Kosten: NRW wirbt für umstrittene Lösung" Rettungsdienst-Kosten: NRW wirbt für umstrittene Lösung Seit Monaten streiten Kommunen und Krankenkassen um Kosten für den Rettungsdienst. Nun liegt eine Lösung auf dem Tisch, die den Kommunen überhaupt nicht passt. Das Land wirbt trotzdem um Zustimmung.
Mehr erfahren zu: "Menopausale Hormontherapie könnte vor Knochenschwund schützen" Menopausale Hormontherapie könnte vor Knochenschwund schützen Postmenopausale Frauen weisen unter einer Hormontherapie möglicherweise ein deutlich geringeres Risiko für Osteopenie und Osteoporose auf. Darauf deuten Daten einer retrospektiven Kohortenstudie hin, die auf der Jahrestagung der Endocrine Society […]