COVID-19: DEGUM hält Thoraxsonographie für unverzichtbares Überwachungsinstrument26. Mai 2020 Foto: © auremar/Adobe Stock Rund 7,5 Prozent aller COVID 19-Erkrankten werden intensivmedizinisch behandelt. Grund dafür ist meist die Lungenentzündung, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird. Sie kommt schleichend, bleibt lange unbemerkt, kann dann aber innerhalb von wenigen Stunden zu schweren Atemproblemen führen, die eine sofortige Behandlung auf der Intensivstation erfordern. Die Erfahrungen der vergangenen Wochen zeigen laut der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), dass dann der Lungenultraschall ein unverzichtbares Überwachungsinstrument für die kontinuierliche und schnelle Verlaufskontrolle der Schwerkranken darstellt. Die Thoraxsonographie sei unkompliziert, strahlungsfrei, direkt am Intensivbett einsetzbar und könne beliebig oft wiederholt werden. Welche Vorteile sich dadurch aus Sicht der Fachgesellschaft für die Patienten ergeben, diskutierten DEGUM-Experten anlässlich einer Online-Pressekonferenz. Bei rund 7,5 Prozent aller Corona-Infizierten in Deutschland verläuft die COVID 19-Erkrankung so schwer, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Zehn Tage dauert es im Schnitt vom Beginn der ersten Symptome bis zu einer Einweisung auf die Intensivstation. Das Tückische: Der Zustand der betroffenen Patienten kann sich in kurzer Zeit rapide verschlechtern. „Das Lungenversagen tritt innerhalb weniger Stunden auf, so dass eine Intubation bevorsteht“, erklärt Prof. Dirk-André Clevert. Der Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Radiologie und Leiter des Interdisziplinären Ultraschall-Zentrums im Klinikum der Universität München-Großhadern hat in den vergangenen Monaten fast täglich Patienten mit schwerer COVID 19-Lungenentzündung behandelt. Die Betroffenen können zum Teil zwischen wenigen und Tagen und mehreren Wochen auf der Intensivstation verweilen. „Die Veränderungen der Lunge müssen bei den Intensivpatienten regelmäßig überprüft werden“, erklärt Prof. Josef Menzel, Neupräsident der DEGUM. „Neben der klinischen Überwachung bedarf es einer regelmäßigen Bildgebung, um das Krankheitsbild besser zu beurteilen und rechtzeitig die richtigen Schritte einzuleiten.“ Auf der Intensivstation kann nur der konventionelle Röntgen-Thorax angeboten werden oder der Lungenultraschall – die Computertomographie (CT) steht in der Regel auf den Intensivstationen nicht zur Verfügung. „Somit müssten die schwerstkranken Patienten mit aufwendigen Lagerungs- und Transportmaßnahmen zum CT gebracht werden“, erläutert Clevert, der bei der DEGUM die Sektion Radiologie leitet. Da sowohl der Transport als auch die Umlagerung für diese sehr instabilen Patienten unzumutbar seien, könne zumeist auf eine CT-Bildgebung nicht zurückgegriffen werden. „Der Ultraschall sichert in diesen Fällen die kontinuierliche und schnelle Verlaufskontrolle.“ Die Thoraxsonographie ist unkompliziert, direkt am Intensivbett einsetzbar und kann beliebig oft wiederholt werden. Im Gegensatz zum Röntgen ist der Ultraschall strahlungsfrei „Die typischen peripheren Verdichtungen, die bei einer COVID-19-Infektion auftreten, lassen sich zuverlässig erfassen und im Verlauf sonographisch beurteilen“, so Clevert. Erfahrungen der vergangenen Wochen zeigen, dass die Veränderungen der Lunge mit einem Ultraschall fast genauso gut erkennbar seien wie im CT. „Das Zusammenspiel aus der klinischen Symptomatik und den erfassten sonographischen Pathologien ermöglicht eine verbesserte Einschätzung über den Verlauf der Erkrankung. Bei Bedarf kann die Sonographie auch bei Interventionen zum Beispiel zur Anlage von Pleuradrainagen oder zentralen Gefäßzugängen am Intensivbett eingesetzt werden“, so der DEGUM-Experte abschließend.
Mehr erfahren zu: "Negative Silvesterbilanz: Deutsche Umwelthilfe fordert bundesweites Böllerverbot" Negative Silvesterbilanz: Deutsche Umwelthilfe fordert bundesweites Böllerverbot Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zieht eine verheerende Bilanz der vergangenen Silvesternacht und fordert erneut ein Verkaufsverbot für private Pyrotechnik.
Mehr erfahren zu: "Antibiotikaresistenz mit KI-Modellen vorhersagen: Datenverzerrung mindert Zuverlässigkeit" Antibiotikaresistenz mit KI-Modellen vorhersagen: Datenverzerrung mindert Zuverlässigkeit Um Antibiotikaresistenzen bei Krankheitserregern vorherzusagen, greift man zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen zurück. Mit dessen Hilfe lassen sich anhand der Genetik eines Erregers Resistenzmechanismen erkennen. Die Ergebnisse […]
Mehr erfahren zu: "Nikotin bleibt ein global bedeutsamer Herz-Kreislauf-Risikofaktor" Nikotin bleibt ein global bedeutsamer Herz-Kreislauf-Risikofaktor Unabhängig von der Art des Konsums stört Nikotin die Gefäßfunktion und wirkt sich negativ auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus. Das verdeutlicht eine neue Analyse im „European Heart Journal“. Insbesondere Jugendliche müssen […]