Leptomeningeale Metastasen beim NSCLC: Molekulare Subtypen und Therapien10. April 2026 Bild: ©Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com Um die leptomeningeale Metastasierung (LMD) beim Nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) besser zu verstehen, analysierte ein internationales Team Merkmale, Behandlungsmuster und -ergebnisse. Die Autoren um Dr. Meimei Zheng vom Guangdong Provincial People‘s Hospital in Guangzhou (China) identifizierten für ihre multizentrische, retrospektive Studie von 2007–2024 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC und LMD. Der primäre Endpunkt war das OS ab der LMD-Diagnose (LMOS). Insgesamt schloss das Team 2052 Patienten mit NSCLC und LMD in seine Studie ein und analysierte die Daten nach molekularen Subtypen: Epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) (n=1610), Anaplastische Lymphomkinase (ALK) (n=141), andere therapeutisch relevante genomische Veränderungen (AGA; n=137) und Nicht-AGA (n=164). Die kumulative Prävalenz der LMD nach molekularen Subgruppen betrug: EGFR 11,1%, ALK 11,2%, Proto-Oncogene-Tyrosine-Protein Kinase ROS (ROS1) 16%, HER2 12,3% und Nicht-AGA 3,6%. Ein höherer Anteil der LMD wurde erst mehr als 3 Jahre nach der Erstdiagnose von Metastasen festgestellt. Typ I zeigt kürzeres LMOS als Typ II Gemäß den Diagnosekriterien der European Association of Neuro-Oncology (EANO) und der European Society for Medical Oncology (ESMO) wies Typ I (positiver Liquorzytologie-Befund) ein signifikant kürzeres LMOS auf als Typ II (positiver MRT-Befund und/oder positive Symptome). Das mediane LMOS betrug 10,9 Monate (95%-KI 10,0–11,8). Im Vergleich zu historischen Kohorten zeigte sich in den aktuellen Kohorten über alle molekularen Subtypen hinweg ein verbessertes LMOS (7,3 vs. 11,5 Monate; p<0,0001). Bei AGA-NSCLC war die Gabe von Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) mit einem verbesserten LMOS assoziiert (HR 0,39; 95 %-KI 0,31–0,48; p<0,0001). Immuncheckpoint-Inhibitoren führten bei Nicht-AGA-Patienten zu einem Überlebensvorteil (HR 0,45; 95 %-KI 0,25–0,84; p = 0,012). In der Kohorte mit EGFR-Mutation verzögerte die Therapie mit Zentralnervensystem(ZNS)-gängigen TKI den Beginn der LMD (p<0,0001). Die fortgesetzte Gabe ZNS-gängiger TKI nach der LMD-Diagnose war mit einem längeren LMOS assoziiert (12,4 vs. 6,0 Monate; p<0,0001). Wie die Ergebnisse zeigen, nimmt die Prävalenz der LMD zu. Als Hauptgrund nennen die Autoren das verlängerte Überleben beim fortgeschrittenen NSCLC. Moderne systemische Therapien, inkl. TKIs und ICIs, trügen maßgeblich zu einem verzögerten Beginn der LMD und einem verbesserten Überleben mit LMD bei, schlussfolgern Zheng et al. (ja) Mehr zu Lungenkrebs: https://biermann-medizin.de/lungenkrebs-ki-gestuetzte-virtuelle-raeumliche-proteomik-aus-histopathologie-praeparaten/ https://biermann-medizin.de/erstlinie-beim-plattenepithelkarzinom-der-lunge-pfs-mit-chemotherapie-plus-ivonescimab-versus-tislelizumab-besser/
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