COVID-19: Diagnoseleistung bei verschiedenen Verfahren der Probenentnahme

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In einer Metaanalyse haben chinesische Forschende die diagnostische Leistung verschiedener Methoden zur Entnahme von Proben für PCR-Tests auf SARS-CoV-2 systematisch miteinander verglichen. Dafür werteten sie im Zeitraum 01.01.2000–16.11.2020 die in verschiedenen Datenbanken veröffentlichte Literatur aus.

Es wurden 23 klinische Studien (7973 Teilnehmende mit 16.762 Atemwegsproben) in die Auswertung aufgenommen, die die Leistung von Nasopharyngealabstrichen und weiteren Atemwegsproben für die Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion bei ambulanten Patientinnen und Patienten gegenüberstellten. Die diagnostische Leistung, einschließlich Sensitivität, Spezifität, positivem und negativem Vorhersagewert untersuchte man unter Verwendung von Zufallseffektmodellen und doppelter Arkussinustransformation.

Die in den eingeschlossenen Studien untersuchten Atemwegsproben umfassten 7973 Nasopharyngealabstriche, 1622 Nasenabstriche, 6110 Speichelproben, 338 Rachenabstriche und 719 gepoolte Nasen- und Rachenabstriche. Bei Verwendung von Nasopharyngealabstrichen als Goldstandard ergaben gepoolte Nasen- und Rachenabstriche mit 97% die höchste Sensitivität (95%-KI 93–100), während Speichel- (85%; 95%-KI 75–93) und Nasenabstriche (86%; 95%-KI 77–93) eine geringere Sensitivität zeigten und Rachenabstriche (68%; 95%-KI 35–94) eine viel geringere Sensitivität.

Ein vergleichbar hoher positiver prädiktiver Wert wurde mit gepoolten Nasen- und Rachenabstrichen (97%; 95%-KI 90–100) und Nasenabstrichen (96%; 95%-KI 87–100) erzielt und ein etwas niedrigerer positiver prädiktiver Wert mit Speichelproben (93%; 95%-KI 88–97). Rachenabstriche besaßen in der Analyse mit 75% (95%-KI 45–96) den niedrigsten positiven Vorhersagewert. Vergleichbar hohe Spezifitäten (Bereich 97–99%) und negative Vorhersagewerte (Bereich 95–99%) wurden bei verschiedenen klinischen Proben beobachtet. Der Vergleich zwischen der Entnahme von Proben durch medizinisches Personal bzw. der Selbstbeprobung bei gepoolten Nasen- und Rachenabstrichen und Nasenabstrichen ergaben eine vergleichbare diagnostische Leistung.

Bei der Analyse gepoolter Nasen- und Rachenabstriche sowie Rachenabstriche wurde keine signifikante Heterogenität beobachtet, während in Studien zu Speichelproben und Nasenabstrichen eine mäßige bis erhebliche Heterogenität (I2 30%) festgestellt wurde.

Fazit
Die Studienautorinnen und -autoren fassen zusammen, dass gepoolte Nasen- und Rachenabstriche im Vergleich zum Goldstandard der Nasopharyngealabstriche die beste diagnostische Leistung der alternativen Probenahmeverfahren zur Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion in der ambulanten Versorgung boten. Speichel- und Nasenabstriche zeigten eine vergleichbare und sehr gute diagnostische Leistung und seien damit klinisch akzeptable alternative Probenentnahmemethoden, konstatieren die Forschenden. Rachenabstriche ergaben eine viel geringere Sensitivität und einen positiven Vorhersagewert und sollten nach Meinung der Autorinnen und Autoren nicht empfohlen werden. Die Selbstentnahme von gepoolten Nasen- und Rachenabstrichen sowie Nasenabstrichen war nicht mit einer signifikanten Beeinträchtigung der diagnostischen Genauigkeit verbunden. (ac)

Autoren: Tsang NNY et al.
Korrespondenz: Dennis Kai Ming Ip; [email protected]
Studie: Diagnostic performance of different sampling approaches for SARS-CoV-2 RT-PCR testing: a systematic review and meta-analysis
Quelle: Lancet Infect Dis 2021;21(9):1233–1245.
Web: https://doi.org/10.1016/S1473-3099(21)00146-8